Fr
02
Sep
2011
Mit diesem Blogeintrag schließe ich meinen Blog, weil mein Jahr leider nun vorbei ist und ich jetzt auch schon wieder ein paar Wochen in Deutschland bin.
Diesen Abschlussbericht habe ich jetzt auch schon lange genug herausgezogen, doch jetzt kommt er.
Ich hatte einen tollen, aber wie Abschiede so sin,d auch traurigen Abschied. Die letzte Woche, war bei uns noch Schulkinderwoche, dass hieß, dass Schulkinder eine Woche in ihren Sommerferien bei uns waren und dort den ganzen Tag für sie mit den Behinderten Programm gemacht wurde. Es ging um die Geschichte "Der Zauberer von OZ", die mit viel Aufwand vorbereitet wurde.
Da es meine letzte Woche war, wollte ich eher mit meiner Gruppe sein, deshalb habe ich immer zwischen, in der Gruppe helfen und bei den Kindern sein, gewechselt.
Ganz besonders toll, fand ich in den letzten heißen Sommerwochen, die alltäglichen Wasserschlachten im Uliveto und die regelmäßigen Abkühlungen im Uliveto-Eigenen Schwimmbecken. Das Ende meines Jahrs kam sehr schnell und recht unvorbereitet, denn ohne das ich so recht wusste, wie mir Geschah, saß ich wieder in Deutschland. Hier hieß es jedoch nicht trübsal blasen, sondern ich hatte nicht mal viel Zeit, um mir so viele Gedanken zu machen, denn die Vorbereitungen für unseren Umzug mussten getroffen werden. Erst jetzt, wo so alles ziemlich wieder seinen Lauf nimmt, habe ich Zeit mich mit meiner Zeit im Uliveto und Italien auseinander zu setzten. Ich habe so viel erlebt, so viele neue Menschen und Orte kennengelernt, ich habe gelernt, mit Behinderten zu arbeiten und war jeden Tag von neuem erstaunt, wie viel Freude diese Arbeit einem geben kann. Neben meinen Freunden und Mitarbeitern, haben mir vor allem die Behinderten viel Freude, Zuversicht und Kraft in diesem Jahr gegeben. Es war etwas ganz Besonderes ein Teil vom Uliveto zu sein und ich möchte bald zurück, um sie zu Besuchen.
Arrividerci Italia a presto !!!!!!!
Do
21
Jul
2011
Bevor ich in genau 2 Wochen abreise, möchte ich euch noch von meinem kleinen Ausflug nach 5 Terre erzählen. Meine Mitfreiwillige Orsi hatte mich schon länger gefragt, ob ich sie dorthin begleiten möchte, weil es schon immer ihr Traum gewesen sei, diesen Ort zu besuchen. Und natürlich habe ich nicht Nein gesagt. Also haben wir uns ein Hostel gebucht, das in der Nähe dieser 5 Fischerdörfer liegt und sind am Samstag mit dem Zug dorthin gefahren. Obwohl es eine 6-stündige Zugreise ist, haben wir sehr wenig für die Fahrt gezahlt, da Zugfahren hier in Italien um einiges billiger ist, als in Deutschland.
Angekommen sind wir in Riomaggiore, das letzte der fünf Dörfer, aber auch das schönste. Leider konnten wir es noch nicht genießen, weil wir den Bus suchten, den es laut der Beschreibung vom Hostel auch geben sollte. Doch als wir dann meinten, endlich den richtigen Bus gefunden zu haben, wurde der Busfahrer wütend, als wir gesagt haben, wir müssen zu dem Hostel. Anscheinend kommt es öfter vor, dass Touristen davon ausgehen, dass der Bus zum Hostel fährt. Obwohl ich unberechtigt von dem Busfahrer beschimpft wurde, habe ich ihn freundlicherweise gebeten uns doch an der Haltestelle raus zu lassen, die am nächsten von diesem Hotel ist. Anscheinend konnte er sich während der Busfahrt noch etwas abregen, denn er fuhr uns dann noch weiter, damit wir nicht so viel laufen mussten. Unser Hostel war in einem Dorf mitten im Wald, sehr schön gelegen. Also insgesamt eine gute Wahl. Auch hatte es einen Hauseigenen Shuttelbus, der Besucher nach Riomaggiore und wieder zurückfährt. Somit sind wir gleich wieder aufgebrochen und konnten uns bis 10 Uhr Abends dieses wunderschöne Dorf anschauen. Nach einer leckeren Pizza haben wir uns an den „Hafen“ auf ein paar Steine gesetzt und den Sonnenuntergang angeschaut.
Am nächsten Tag ließen wir uns wieder nach Riomaggiore fahren, von dort aus wollten wir uns die anderen 4 Dörfer anschauen. Von Riomaggiore kann man auf dem „Via dell´amore“, der „Liebesweg“, bis nach Manarola laufen. Auch hier haben wir uns auf ein paar Steine gesetzt und den schönen Ausblick auf das Dorf genießen können. Weiter ging es bis nach Corniglia mit dem Zug. Wir mussten aber leider viele Treppen hochsteigen, da das Dorf nicht, wie die anderen am direkt Meer liegt, sondern auf einer „Klippe“. Auch dieses Dorf, war schnuckelig, doch wir sind bald wieder weiter, nach Vernazza. Vernazza hatte Ähnlichkeit mit Riomaggiore, jedoch etwas größer und überfüllter. Da wir Hunger hatten, aßen wir erstmal eine Foccacia und sind danach wieder an den Hafen, um ihn uns in Ruhe anzuschauen.
Die letzte Etappe der 5 Terre war Monterosso, das jedoch eher für die schön ist, die sich am Strand sonnen wollen, oder im Meer baden gehen. Wir zwei waren schon ziemlich müde, von den anstrengenden zwei Tagen und haben uns am Strand etwas hingelegt und das Meergefühl genossen. Dann hieß es wieder zurück zum Uliveto, aber mit vielen neuen Eindrücken nach einem wunderschönem Wochenende.
--> in der Galerie findet ihr viele schöne Bilder von Cinque Terre
Do
30
Jun
2011
Ich habe euch jetzt lange auf diesen Bericht warten lassen. Ich möchte euch von meinem Ausflug mit den Behinderten am Meer erzählen. Wir waren zu acht für 4 Tage am Meer, vier Bewohner und vier Betreuer. Tageland davor zeigten die Wettervorhersagen nur Regen voraus und wir hatten uns schon einen Soggiorno in unserem gemieteten Appartement vorgestellt. Doch als wir dort ankamen, dort ist übrigens Marina di Massa in der Toskana, war fast durchgehend wunderbares Wetter. Unser Appartement war perfekt Behindertengeeignet, ohne Treppen und große Hindernisse. Die Tage verbrachten wir mit: Morgens die Behinderten aufwecken, anziehen, eincremen, Frühstück herrichten und für den Strand fertig machen. Obwohl wir schon um halb 8 aufgestanden sind, hat die ganze Prozedur doch meistens immer bis 10 oder halb 11 gedauert. Am Strand hatten wir acht Liegen für uns, und dann hieß es sich sonnen, baden gehen, Eis essen, mit Sand spielen oder am Strand spazieren gehen. Leider war das Wasser sehr dreckig, so sind wir immer nur kurz rein, zum abzukühlen. Um der prallen Mittagsonne zu entgehen, sind wir zum Mittagessen wieder zurück in unser Appartement. Es gab echt jeden Mittag Pasta, was für mich aber kein Problem war, weil ich Pasta gerne esse : ) Sobald es gegen Nachmittag zuging, sind wir noch mal für ein paar Stunden an den Strand. Abends wurde dann noch mal gekocht, mit primo Piato, secondo Piato und Nachtisch, meistens Früchte. Eines Abends sind wir in ein Restaurant gegangen, um Fisch zu essen. Es war etwas ganz Besonderes für die Behinderten. Allgemein, waren sie alle wie ausgewechselt, fröhlich, ruhig, „gesprächrig“, entspannt, einfach glücklich. Es war schön, sie so zu sehen.
Für mich war es kein Problem, den ganzen Tag mit den Behinderten zusammen zu sein, man fühlt sich mehr wie eine Familie, als dass man arbeiten würde. Es war eine ganz besondere Atmosphäre und es hat mich diese vier Behinderten noch näher gebracht, als davor. Auch mit den anderen Betreuern, hatte ich sehr viel Spaß und wir konnten uns Abends immer gut unterhalten. Dabei habe ich gemerkt, dass das Italienisch keine sprachliche Barriere für mich mehr darstellt. Klar gibt es immer noch Momente, wo ich nach Wörtern suche oder etwas nicht so ausdrücken kann, wie ich es in Deutsch hätte sagen können, doch ich finde immer einen Weg, es irgendwie doch zu sagen.
Wieder zurück im Uliveto, war ich zwar ziemlich K.O., aber glücklich und vor allem braungebrannt !!!
Do
30
Jun
2011
Neben meinem Arbeitsleben, gibt es noch weiteres Interessantes zu erzählen. Und zwar leben in den zwei Gemeinden, Luserna San Giovanni und Torre Pellice, seit ein paar Wochen 16 Flüchtlinge aus Libyen. Die Waldensische Gemeinde gibt ihnen Unterkunft, Essen und einen Italienischsprachkurs. Damit sie nicht den ganzen Tag herumsitzen und nichts machen, arbeiten sie auch in den verschiedenen waldensischen Strukturen. Somit ist jetzt auch einer bei uns im Uliveto. Die Flüchtlinge werden von den Italienern mit sehr unterschiedlichen Augen wahrgenommen. Einige sagen, dass Italien sich erstmal um sich selbst kümmern, sollte, bevor sie Flüchtlingen helfen, andere finden es richtig, dass man ihnen die Möglichkeit gibt, sich hier zu entfalten und einzuleben. Allgemein habe ich das Gefühl, dass sie offen sind und Lust daran haben, sich hier einzuleben und Italienisch zu lernen.
Wenn ich daran denke, was sie durchgemacht haben müssen, damit sie diese gefährliche Reise nach Italien aufgenommen haben, bekomme ich Gänsehaut und merke, wie glücklich ich mich schätzen kann, dass ich hier in Frieden und ohne Angst leben kann.
Fr
03
Jun
2011
„Man mag so alt, so gelehrt, so weise und geschmackvoll sein, als man will - eine Reise nach Italien gibt immer noch dem Geist ein neues Gepräge.“
Zu viert reiste ich also zwei Wochen durchs Land und wir haben vieles neues, wunderbares, ekelhaftes, interessantes, altbekanntes, unglaubliches, wahrhaftiges, gesehen und erlebt.
Angefangen hat unsere Reise mit einem unproblematischen Flug von Turin nach Palermo. Schon beim Landeanflug konnten wir die Schönheit Siziliens bestaunen und beim Anblick des strahlend blauen Meeres, das sich überall wo man hinblickte erstreckte, kam sofort Urlaubsfeeling auf. Mit dem Bus ging es dann Richtung Palermo, in die Innenstadt und sofort fällt einem der Unterschied zu Norditalien auf. Es herrscht ein einziges Chaos im Verkehr. Da ich das von Indien und Mexiko so gewöhnt war, kam es für mich so vor, als ob ich nach Hause kommen würde. Ich habe das Gehupe, das viele Menschenwirrwar und den Lärm genießen können. Unser Hostel haben wir auch ziemlich schnell gefunden, wir hatten in Palermo unser bestes Hostel, mit einem sehr gemütlich eingerichteten Zimmer, einem eigenem Bad, und einem eigenen, riesigen Balkon. An unserem ersten Abend ging es gleich an den Strand von Palermo, da die Sonne aber schon unterging, war es bald sehr frisch. Anschließend haben wir uns mit den anderen FöF-Freiwilligen getroffen, die dort ihren Freiwilligendienst machen. Sie haben uns das Nachtleben von Palermo gezeigt, das wir in unserem Tal kaum haben.
Am nächsten Tag haben die Freiwilligen mit uns einen Ausflug zum Naturschutzgebiet gemacht, doch vorher musste noch getankt werden, was sich als eine etwas längere Prozedur herausgestellt hatte. An der Tankstelle herrschte reinstes Chaos, niemand konnte vorwärts oder rückwärts, und keiner wurde betankt, weil die Tankwärter entweder keine Lust hatten, oder gerade ihre Zigarettenpause gemacht hatten. Nach 20 Minuten konnten wir uns dann endlich mit vollem Tank aufmachen, durch Sizilien mit einem alten VW-Bus, man war das cool. Unser eigentliches Ziel war ein wunderschöner Steinstrand im Naturschutzgebiet mit wunderbar klarem Wasser, was einem vergessen lässt, dass man sich noch in Europa befindet. Leider war das Wasser nicht nur strahlend blau, sondern auch eiskalt, weshalb wir immer nur kurz rein gegangen sind. Am Abend wollten wir noch die Einsatzstelle der Palermo-Freiwilligen sehen und sollten von unserem Hostel mit dem Bus zu ihnen fahren, was sich jedoch als kleine Odyssee herausgestellt hat. Wir wussten zwar die Buslinie, auch die Haltestelle an der wir aussteigen sollten, doch erstens kam der Bus eine ¾ Stunde zu spät und dann ist er nicht in die richtige Richtung gefahren, sondern ist erst noch mal einen Bogen gefahren, bis wir wieder an unserer Ausganghaltestelle waren, zum Glück ist er dann aber noch weitergefahren. Mit hungrigen Mägen kam wir nach 2 ½ Stunden endlich bei den Freiwilligen an. Zurück kamen wir dann zu Fuß, weil kein Bus mehr gefahren ist, was jedoch um einiges schneller war, als der Hinweg.
Den darauf folgenden Tag, haben wir uns für die Stadtbesichtigung aufgehoben. Ich glaube, wir haben echt jedes Viertel der Innenstadt abgelaufen und alles gesehen, was die Stadt zu bieten hatte. Gegen Abend haben wir uns mit unseren Rucksäcken auf dem Weg zum Busbahnhof gemacht, um den Bus nach Vittoria zu nehmen. In Sizilien ist das Bahnnetz nicht so gut ausgebaut, deshalb ist es einfacher und schneller mit dem Bus zu fahren. Bis wir jedoch das einzige Cafe, von den 150 000 Cafés, das Bustickets nach Vittoria verkauft, in der Straße vor dem Busbahnhof gefunden haben, waren wir schon halb verzweifelt, weil wir zwar bei jedem den wir gefragt haben, Auskunft bekommen haben, die jedoch leider nicht immer richtig definierbar, oder einfach falsch war.
Deshalb waren wir heilfroh, als wir dann unsere 3-stündige Busreise nach Vittoria antreten konnten, wo wir erneut von den Freiwilligen herzlich willkommen geheißen wurden. In Vittoria konnten wir in dem „Alloggio“ der Freiwilligen unterkommen, zwar war die Wohnung dann voll mit Menschen, doch wir hatten damit keine Probleme und freuten und sehr, die anderen wieder zu sehen und uns auszutauschen.
Am nächsten Tag konnten wir drei Mädels, Martha und Christoph zu einer ihrer Einsatzstellen begleiten, die eine Autostunde von Vittoria entfernt ist, in einer wunderschönen Stadt namens Scicli. Diese Stadt ist genauso, wie man sich eine Stadt auf Sizilien vorstellt. Es gab einen Aussichtspunkt, wo eine alte Ruine steht, von dem man auf die ganze Stadt blicken konnte. Es war unbeschreiblich schön dort oben und ich habe mich selten so frei und unbeschwert gefühlt.
In der Mittagspause von Martha und Christoph sind wir ans Meer gefahren und haben dort „gechillt“, wie man so schön sagt. Mir ist an dem Tag besonders aufgefallen, wie unterschiedlich unsere Einsatzstellen sind und wie unterschiedlich wir unser Jahr verbracht haben, jedoch nicht im negativen Sinn.
Für den nächsten Tag haben wir uns die nahe liegende Stadt Catania vorgenommen. Die Stadt ist besonders für den immer noch aktiven Vulkan Ätna bekannt, aber auch selber hatte sie ein paar Dinge zu bieten, wie zum Beispiel einen großen Fischmarkt, ein Amphitheater und einen großen Dom. Auf dem Domplatz steht ein Obelisk, mit einem Elefanten aus Lavastein, der 1693 nach einem schweren Erdbeben, das Catania fast vollständig zerstört hat, aus den Trümmern gerettet werden konnte und deshalb für die Catanier, das Symbol für Stärke und Langlebigkeit ist.
Am nächsten Morgen mussten wir uns ganz früh auf den Weg machen, denn die Reise ging weiter, Richtung Neapel. Wir haben an diesem Tag das erste Mal unser InterRail-Ticket genutzt und es hat ohne Probleme geklappt. Es gab einen Direktzug von Catania bis nach Napoli. Da wir ja irgendwie ans Festland mussten, haben wir uns gewundert, wie wir über das Wasser kommen und tatsächlich wurde unser Zug mit auf die Fähre genommen, in zwei Hälften geteilt. So etwas habe ich auch noch nicht erlebt und wir konnten sogar während der Überfahrt aufs Deck und dem schönen Sizilien Auf Wiedersehen sagen, denn eines weiß ich sicher, Ich komme wieder!
In Napoli angekommen, herrscht eigentlich noch mehr Chaos, wie in Palermo und wir vier mittendrin mit unseren schweren Rucksäcken auf der Suche nach unserem Hostel, die uns immer weiter in kleinere Gassen geführt hat. Eigentlich hatten wir es anders vermutet, aber auf dem Festland, war es um einiges wärmer, was in den nächsten Städten zu unserem Leidwesen wurde. Auch das Hostel in Napoli war für 15 Euro die Nacht, inklusive Frühstück eine sehr gute Wahl. Erschöpft von der Reise und der Hitze haben wir an diesem Tag nur eine kleine Stadtbesichtigung gemacht und anschließend im Hostel Pasta gekocht.
Aber am nächsten Tag ging es dann richtig los, Napoli entdecken. So viel Müll, wie man sagt, liegt nicht rum, an paar Stellen, immer mal wieder, aber mich hat das nicht so gestört und gestunken hat es auch nicht. Doch, da uns jeder gesagt hat, wir sollen ja aufpassen, dass uns nichts geklaut wird, haben wir uns alle kleine Schlösser gekauft um unsere Rucksäcke abzuschließen. Deshalb hieß es dann auch immer: „Warte mal kurz, ich muss meinen Rucksack noch aufschließen/abschließen“. Wir haben viele Kirchen gesehen, einige sehr pompöse, aber auch ein paar schlichte. Besonders die vielen kleinen Gassen, in denen man irgendwelche Mafiageschäfte vermuten konnte, haben es uns angetan. Am Abend mussten wir natürlich Pizza essen gehen, da diese ja ursprünglich aus Napoli stammt. Anschließend gingen wir noch in eine Bar um etwas zu trinken, jedoch wurde es am Ende doch recht knapp mit unserem Bargeld, da wir mehr zahlen mussten, als wir dachten, entweder wegen der „Coperta“ oder sie haben uns übers Ohr gehauen. Auf jeden Fall haben wir jeden letzten Cent zusammengekratzt und die Bedienung hat uns schon ganz erwartungsvoll angeschaut.
Weiter ging unsere Reise nach Rom, nur eine zweistündige Zugfahrt und wir waren in der Stadt der Städte. Um einige Grade wärmer, waren wir schon bei unserer Ankunft im Hostel verschwitzt, was sich über den Tag hinweg aber nicht ändern sollte. Da wir noch nicht einchecken konnten, haben wir uns einfach auf den Weg zum Kolosseum gemacht. Auffällig und sehr anstrengend waren diese Menschenmassen von Touristen, hauptsächlich Amerikaner und Asiaten. Nach dem Kolosseum ging es weiter zum Forum Romanum, wo wir zwar Eintritt zahlen mussten, der aber mit dem Kolosseum gekoppelt war. Beeindruckend war es schon, das Forum zu sehen und sich das als Politisches-, Wirtschaftliches-, und Handelszentrum einer anderen, vergangenen Zeit vorzustellen, doch die prallende Sonne, hat uns den Rest gegeben. Nachdem wir uns im Hostel eingerichtet hatten ging es noch mal los, Richtung Piazza del Popolo, Spanische Treppe, Trevi-Brunnen, immer im Begleitung von der Sonne und den Massen an Touristen, zu denen wir uns selbst eigentlich auch zählen mussten. Am Trevi - Brunnen haben wir auf den Sonnenuntergang gewartet und sind dann zurück ins Hostel um erneut Pasta für das Abendessen zu kochen. Nach den vielen vielen Kilometern, die wir an dem Tag schon gelaufen sind, ging es am Abend erneut los, auf die Spanische Treppe, etwas trinken, weiter zum Trevi-Brunnen und dann noch weiter zur Piazza Navona, weil es Nachts mit den ganzen Lichtern einen besonderen Reiz hat. Irgendwann spät Abends fielen wir halbtot ins Bett, mit Füßen, die kaum noch spürbar waren, die jedoch am nächsten Tag wieder ganze Arbeit leisten mussten.
Am Morgen haben wir das Kolosseum von Innen gesehen, uns wie Cäsar gefühlt und Gladiatoren, das Lebens gerettet oder durch ein einziges Zeichen den Todesstoß gegeben. Weiter ging es zum Circo Massimo, wovon wir eher weniger begeistern waren, da kaum noch etwas zu sehen ist. Doch leider war es mitten am Tag und wir hatten kaum noch etwas zu trinken, also suchten wir Durst leidend in der prallen Hitze nach einem Brunnen mit Trinkwasser. Nach einer zu langen Suche, die unsere Stimmung auf dem Nullpunkt brachte, fanden wir einen und sofort waren unsere Lebensgeister wieder geweckt. Ein kleines Picknick im Schatten des Pantheons, gings dann weiter mit einem Blick ins Pantheon, Piazza Navona, weiter an den Fluss Tiber, den wir dann entlang gelaufen sind.
Für den letzten Tag in Rom haben wir uns den Vatikan aufgehoben. Auf den Weg zu den Vatikanischen Museen, wurden wir ständig von jungen Menschen genervt, die uns eine Führung anbieten wollten und somit auch die lange Warteschlange zu umgehen. Wir als arme Freiwillige konnten uns das ja nicht leisten, doch wir waren dann eigentlich auch recht schnell drinnen, in den Museen. Erneut überfüllt mit Touristen war dieser Museumsbesuch kein Vergnügen, weil man mit dem Masse weitergetrieben wurde, es nach Schweiß gestunken hat und man kaum ein Bild genau betrachten konnte. Auch in der Sixtinischen Kapelle hieß es dann immer: „Andare avanti, non fermarsi“ (Weiter gehen, nicht stehen bleiben). Also haben wir uns in irgendeine Ecke gequetscht, um wenigstens ein paar Minuten, diese beeindruckende Kapelle zu bestaunen. Was noch dazukam war, dass wir uns dann auch noch verloren haben und der Satz „Wir treffen uns am Ausgang“, in viele Sichtweisen gedeutet wurde. Wieder vereint ging es dann weiter zum Petersdom, wo es dann heftig angefangen hat zu Gewittern und wir heilfroh waren, als wir geschützt vor Blitzen, in Dom waren. Ich war sehr beeindruckt von der Größe und der Schönheit dieses Doms.
Da wir wegen den vielen Menschen, nicht auf die Kuppel sind, haben wir uns entschlossen einen Aussichtspunkt zu suchen, von dem man auch ganz gut, über die Stadt schauen konnte. Für den Abend fehlte uns noch das Kolosseum bei Nacht und endlich konnte man es auch mal genießen, was man da vor sich hat, so ganz ohne Menschen.
Weiter ging unsere Reise nach Florenz, und je mehr wir in den Norden kamen, desto mehr ließ das Chaos nach, und desto mehr Ordnung herrschte wieder. Da wir vor dem Zwischenseminar schon einmal in Florenz waren, kannten wir uns schon ein wenig aus. Doch da es damals kalt war und geregnet hat, konnten wir es kaum genießen. Dieses Mal hingegen erkannten wir die ganze Pracht und Schönheit dieser Stadt, die ihr ganz eigenes Flair hat. Wir wollten zwar in die Uffizien, doch es gab eine Wartezeit von zwei Stunden und wir entschließen uns, doch lieber die Stadt anzuschauen. Also sind wir zum Ponte vecchio, wo ursprünglich hauptsächlich Schlachter und Gerber ihre Läden hatten, da sie die Überreste einfach in den Fluss werfen konnten.
Auch in Florenz gab es einen Aussichtspunkt, von wo man die ganze Stadt bestaunen konnte. Abends sind wir erneut durch die Stadt gelaufen, weil es doch eine etwas andere Sicht auf die Gebäude gibt, wenn alles beleuchtet ist.
Am darauf folgenden Tag, musste ich meine Heimreise antreten, und mich von meinen „Weggefährten“ verabschieden, die noch weiter nach Venedig gereist sind.
Wieder daheim, kam mir die Reise, als ein großes Abenteuer vor, das jetzt vorbei ist, aber das mir immer ganz lebendig in Erinnerung bleiben wird. Es war eine unglaublich spannende und tolle Zeit gewesen und das natürlich hauptsächlich dank meiner Freunde. Danke, dass ich das mit euch erleben durfte.
Hier im Uliveto, wieder bei der Arbeit hat sich nicht viel verändert, alle haben sich gefreut, dass ich wieder da bin. Doch es heißt nun auch oft: „Wie lange bleibst du denn noch, dein Jahr ist ja jetzt schon fast zu Ende?“ Und das stimmt, es fehlt nicht mehr viel und ich muss die Heimreise antreten und meine Behinderten verabschieden und ein neues Leben anfangen. Aber bis dahin gibt es noch einiges zu tun, zu erleben und zu sehen. Ich habe angefangen meinem Chef Deutschstunden zu geben, ich gehe mit meiner Arbeit ein paar Tage ans Meer mit ein paar Behinderten und noch vieles mehr.
Danke, dass ihr durchgehalten habt, den langen Artikel zu lesen. Auf bald
- es gibt auch weitere Bilder in der Galerie
Do
12
Mai
2011
Lange Zeit habe ich diesen Blogeintrag vor mich hingeschoben, aber jetzt kommt er endlich.
Ich möchte von meiner erste Tournee erzählen. Wir sind mit unserem Chor nach Südfrankreich eingeladen worden, um dort in drei verschiedenen Städten eins unserer tollen Konzerte zu geben. Auf der langen Busreise, gab es ein paar Filme zu sehen, natürlich auf Italienisch und ich bin erstaunt, dass ich eigentlich fast alles verstehe. Falls ich noch Fortschritte mit der Sprache mache, sind die zwar sehr langsam und für mich nicht zu bemerken, aber ich hoffe doch, dass ich immer noch was dazulernen kann.
In Castres, eine Stadt in der Nähe von Toulouse, angekommen, gab es für uns erstmal ein leckeres Buffet und wir konnten schon die ersten Versuche starten Französisch zu reden. Doch leider hat sich herausgestellt, dass von den 5 Jahren Französisch sehr wenig hängen geblieben ist. Sobald ich den Mund aufgemacht habe, kam Italienisch. Vielleicht lag es auch daran, dass ich mit den anderen Chormitgliedern Italienisch gesprochen habe und dann gleich auf Französisch umzuschalten, eine weitere Fremdsprache, ist nicht so einfach.
Unser Programm für die zwei nächsten Tage war ziemlich voll. Das heißt es ging am nächsten Tag erstmal auf eine Stadtbesichtigungstour durch Castres, was eine sehr schöne protestantische Stadt ist, die auch klein-Venedig genannt wird, weil ein Fluss durch die Stadt fließt.
Nach dem Mittagessen ging es weiter nach Albí, eine Stadt, die bekannt ist für den Albigenserkreuzzug gegen die Katharer in Okzitanien. Ich war begeistert, von den kleinen Gassen, zwischen den immer mal wieder die große Kathedrale Saint-Cecile zu sehen war. Hinter dieser Kathedrale gibt es einen schönen Garten mit einem wunderschönen Blick auf die Alte Brücke von Albi und die andere Stadtseite. In Albi hatten wir unser erstes Konzert in der evangelischen Kirche.
Am nächsten Morgen ging es erstmal etwas in die Berge, zu einem großen Stein, der durch die Erosion eine erstaunliche Form angenommen hat und man könnte meinen, er fällt jeden Moment herunter. Man sagt, wenn man einen kleinen Stein auf den großen wirft und er beim ersten Mal liegen bleibt, heiratet man noch in diesem Jahr. Bei mir hat es aber erst beim dritten Mal geklappt :)
Nach einem kleinen Spaziergang in dieser Gegend, wo viel Granit abgebaut wird, ging es weiter zum Protestantischen Museum. Leider war die Führung auf Französisch und ich habe eher weniger verstanden. Mittagessen, danach ein kleines Nickerchen in der Sonne und schon ging es weiter nach Vabre, ein 800-Seelen Dorf. Wir haben erneut eine Dorfbesichtigung bekommen und fast anschließend unser zweites Konzert gehalten. In der ersten Reihe saß eine alte Frau, die während dem Konzert glücklich die Augen geschlossen hatte und uns immer mit einem Lächeln zugehört hat. So etwas macht einen selber sehr glücklich und dann macht das Singen noch mehr Spaß. Erfüllt von unserem Singen und voll gestopft mit Kuchen ging es wieder nach Castre, wo wir unser letztes und bestes Konzert gegeben haben. Es kamen viele Menschen und sie waren alle begeistert.
Leider mussten wir am nächsten Tag schon wieder unsere Rückreise antreten, doch wir haben noch einen Zwischenstop in Avingnon gemacht. Am Anfang waren wir drei Mädels nicht so begeistert von der Stadt, vor allem nicht von der Brücke. Aber später sind wir etwas herumgelaufen und dann haben wir doch noch ein paar schöne Plätze gesehen
Die Tournee ist jetzt auch schon wieder fast zwei Wochen her, und bald fängt unsere Italienreise an. Es geht erstmal mit dem Flieger nach Palermo, dann weiter nach Vittoria, Neapel, Rom, und Florenz. Aber nicht denken, dass ich hier nur Urlaub mache, zwischen durch arbeite ich auch noch ganz fleißig.
- weitere Bilder von Frankreich gibt es in der Galerie
Di
19
Apr
2011
Es wurde jetzt bald mal wieder Zeit für einen Bericht aus meinem spannenden Leben. Da jetzt die warme Jahreszeit begonnen hat, werden viel mehr Ausflüge mit den Behinderten gemacht. Auch wenn es nur ein Kurzbesuch in Torre Pellice auf dem Ostermarkt ist oder ein Besuch bei der Eisdiele, es ist für alle Behinderte immer etwas Besonderes aus ihrem Alltag raus zukommen und etwas zu unternehmen.
Letzten Freitag sind wir mit ein paar Bewohnern auf ein Folklorekonzert gegangen, und es war einfach wunderbar die strahlenden Gesichter der Behinderten zu sehen. Auch am nächsten Tag habe ich eine Behinderte aus der anderen Gruppe gefragt, wie es ihr denn gefallen hätte und sie war immer noch vollkommen begeistert.
So langsam wird mir klar, dass es schwer werden wird, mich von meinen „Schützlingen“ verabschieden zu müssen. Aber bis dahin sind es ja noch ein paar Monate.
Auch in meiner Freizeit war ich letztens auf einem Konzert von den „Pellicans“, es war sehr lustig, und besonders dabei war, dass es in der Villa Olanda unser erstes Zuhause für die ersten 3 Wochen in Italien, stattfand. Bei dem weiterhin einigermaßen gutem Wetter machen wir viele Spaziergänge, neulich mit dem Hund von Lenas Einsatzstelle. Auch die Umgebung hier, wird jetzt in nächster Zeit erkundigt, um die verschiedenen Dörfer und Städte zu sehen.
So
03
Apr
2011
Die vergangenen zwei Tage war ich mit meinen anderen zwei Mädels und dem Chor auf einem Ausflug in Genua. Wir sind Samstag früh mit dem choreigenem Busfahrer „Busfi“ , wie er von den Chormitgliedern genannt wird, losgefahren. Ziemlich schnell waren wir dann schon in Genua, ca. 2 ½ Stunden. Genua liegt am Meer, doch da gleich darauf die Berge anfangen, sind die Häuser an die Berge gebaut, was der ganzen Stadt einen sehr interessanten „Touch“ gibt. Wir bekamen in Genua von einem Herr Caselli eine Stadtführung, konnten uns den Palazzo San Giorgio anschauen, in dem früher die wichtigen Entscheidungen für Handel und Politik gefällt wurden. Weiter ging es in kleine Gassen, in dem wir typisch italienisch, erstmal eine Forccachia oder eine Pizza gekauft haben, um sie dann in der Sonne vor einem Dom im gotischen Stil, zu essen. Nach einem Kaffee anschließend, ging die Stadtführung weiter, leider habe ich nicht viel verstanden, weil unser Stadtführer sehr schnell geredet hat. Er führte uns weiter zum Palazzo Ducale, Dogenpalast, vorbei an der Porta Soprana bis zum Haus des Kolumbus. Dort soll anscheinend Kolumbus in seinen Jungendjahren gelebt haben. Auf dem Rückweg ging es noch hoch zur „Spianata Castelletto“ ein Aussichtpunkt über Genua. Nach einer erfrischenden „Granita“ eine Art Softeis, aber flüssiger als normales Eis, haben wir uns auf den Weg zur Waldensischen Kirche gemacht, wo unser Konzert stattgefunden hat. Innerhalb von 2 Stunden haben wir fast unser ganzes Reportoir durch gesungen. Leider war die Akustik sehr schlecht, doch wir sind trotzdem gut beim Publikum angekommen. Wir wurden von der Gemeinde sehr gastfreundlich aufgenommen, mit einem wundervollem Buffet nach dem Konzert, bei dem wir ein typisches Gericht aus Genua probieren konnten, eine Art Teig mit Käse drin, sehr lecker!!!
Mit vollen Mägen machten wir zum Abschluss des Tages einen Spaziergang zu einer sehr kleinen Strandpromenade mit den „simpatiche gelaterie“ (netten Eisdielen).
Untergebracht wurden wir im Gemeindehaus der Kirche, das heißt wir haben unsere Isomatten ausgebreitet und sind dann nach einen kleinem Nachtschwätzchen mit den anderen Mädels vom Chor schlafen gegangen.
Am nächsten Tag hat unser Chor den Gottesdienst begleitet. Es war mal wieder interessant zu sehen, dass so ein waldenischer Gottesdienst doch etwas anders ist, als ich das von meiner Gemeinde kenne. Außerdem wurde bekannt gegeben, dass die Gemeinde ein paar Flüchtlingen, die auf Lampedusa angekommen sind, Hilfe und Unterkunft geben. Das finde ich toll. Allgemein wurden wir von allen Seiten gelobt und es hieß, wir hätten in die Gemeinde mal wieder frischen Wind gebracht. Nach einem erneuten Buffet ging es dann wieder Richtung Val Pellice. Es war ein schönes Wochenende und ich hoffe es ist nicht mein letztes Mal in Genua gewesen.
Mi
23
Mär
2011
nach mehr als einem Monat kommt mal wieder ein Lebenszeichen von mir. In diesem Monat hatte ich zwei Wochen Urlaub, den ich in vollen Zügen genießen konnte. Seit zwei Wochen bin ich jetzt aber schon wieder am Arbeiten und alles ist wie immer normal. Inzwischen habe ich mich auch schon an die neuen Mitarbeiter gewöhnt und ich verstehe mich gut mir ihnen. Jeder hat seine eigene Art, wie er den Tag gestaltet und mit den Behinderten umgeht. Und ich als Freiwillige beobachte und lerne dabei. Seit ein paar Tagen bin ich ständig am Blumen basteln, da das Uliveto in verschiedenen waldenischen Gemeinden vorgestellt wird und wir die Blumen den Gottesdienstbesuchern schenken, also müssen wir über 500 Blumen basteln, d.h. mein Arbeitstag wird nie langweilig, weil ich sobald ich Zeit habe, am Basteln bin. Aber mir macht so was ja richtig Spaß. Auch die Natur ist hier kräftig am blühen. Der Frühling ist ins Tal eingezogen. Endlich !!! Die Tage werden länger und ich habe richtig viel Lust draußen zu sein. Gestern war ich sogar joggen, weil ich gleich neben meinem Zimmer einen Waldweg habe, der super ist, um Spaziergänge zu machen oder zu joggen. Das hebt gleich nochmal mehr die Stimmung. Am Wochenende haben wir Freiwillige das tolle Wetter auf dem Markt in Pinerolo genießen können und anschließend noch am Fluss in Torre Pellice, wo wir schließlich alle ein kleines Nickerchen gehalten haben. Es bleiben nur noch 4 Monate hier in Italien und es gibt noch so viel zu tun, erleben, sehen, lernen und genießen. Die nächsten Wochen werden wieder ereignisreich. Ich werde davon berichten, bis bald.
Fr
18
Feb
2011
Vor zwei Tagen konnte ich das wichtigste Ereignis der Waldenser, das jedes Jahr am Vorabend des 17. Februar gefeiert wird, miterleben – den Falò.
Der 17. Februar hat für die Waldenser eine sehr wichtige Bedeutung, denn im Jahre 1848 hatte der König Carlo Alberto die „Lettere Patenti“ unterzeichnet, was den Waldensern nach jahrhundertlanger Unterdrückung, ihre bürgerlichen und religiösen Rechte zurückgab.
Als Andenken an diesen bedeutungsvollen Tag, werden am Abend des 16. Februar große Freudenfeuer angezündet. Wir wollte uns das natürlich nicht entgehen lassen. Angefangen hat es mit einem Fackelzug vor der waldensischen Kirche, der an dem großen Freudenfeuer endete. Das Feuer jedoch wurde erst angezündet, als wir alle dort waren und deshalb brauchte es eine Zeit lang, bevor man das Gefühl hatte, da brennt was. Mit ein paar religiösen Liedern und Glühwein wurde das Spektakel dann begleitet.
Bei meiner Arbeit geht es weiterhin stetig voran, unterhalten kann ich mich schon problemlos und an den meisten Tagen habe ich Spaß an der Arbeit. Heute haben wir einen Spaziergang bis zum Markt gemacht, haben einen Stop in einem Caffé gemacht und sind dann wieder zurück und das bei schönstem Frühlingswetter.
Ich wurde neulich mal gefragt, ob ich überhaupt mitbekomme, ob die Behinderten mich mögen oder nicht. Auch wenn die meisten nicht sprechen können, bekommt man mehr Gefühle mit, als wenn man mit „normalen“ Menschen umgehen würde. Zum Beispiel bin ich eines Morgens zur Arbeit gekommen, und habe einer Behinderten, die noch im Bett war, Guten Morgen sagen wollen. Eine Mitarbeiterin hat schon seit einer Stunde versucht, sie zum Aufstehen zu bringen, um sie zu duschen. Als sie dann mich sah, ist sie sofort aufgesprungen und wollte duschen gehen. Solche Kleinigkeiten sind Balsam für meine Seele.
Morgen werde ich das erste Mal unten arbeiten, in der Gruppo Terra, weil dort im Moment viele Mitarbeiter krank sind, und ich als Aushilfe einspringe. Ich bin schon mal gespannt, wie es wird, weil ich die ganzen Abläufe, die ich jetzt in meiner Gruppe In - und Auswendig kann, unten noch überhaupt nicht kenne.
Do
10
Feb
2011
Ich will mich mal herzlich bedanken, bei allen, die regelmäßig verfolgen, was ich hier in Italien so erlebe. Danke, dass ihr mir immer mal wieder durch einen Gästebucheintrag mitteilt, dass ihr an mich denkt.
Ich bin jetzt schon seit ein paar Tagen wieder am Arbeiten und es gefällt mir sehr. Ich wurde herzlich empfangen und habe mich gleich wieder dazugehörig gefühlt. Bei uns im Uliveto stehen gerade ein paar Veränderungen an. Erstens haben wir eine neue Bewohnerin, die vorher in der Communitá Alliggio gelebt hat, ein "Heim" für schwererziebare Jungendliche, das jetzt aber Ende Januar geschlossen wurde. Unsere neue Bewohnerin ist nicht ganz so Schwerbehindert, wie die meisten bei uns, und ich glaube es braucht seine Zeit, bis sie sich in unserer Gruppe eingelebt hat. Weiterhin gibt es zurzeit so viele Mitarbeiterwechsel, dass ich den Überblick verloren habe, wer geht, wer wie lange noch bleibt und wie viel neue Mitarbeiter kommen. Aus der Communitá Alloggio haben wir auf jeden Fall schon zwei neue bekommen und ich glaube es kommen noch ein paar mehr. Ein weiteres Problem ist, dass jetzt in der "Gruppo Aria" 13 Behinderte wohnen und in der "Gruppo Terra" nur 10, womit es nicht gerecht verteilt ist, doch haben wir oben einfach mehr Zimmer, wohingegen unten kaum Platz ist. Ich bin mal gespannt, was sich jetzt in den nächsten Tagen und Wochen noch verändern wird. Ich werde es Euch auf jeden Fall wissen lassen.
Mo
07
Feb
2011
Letzte Woche stand nun unser Zwischenseminar in der Toskana (Monteriggioni) vor der Tür. Da es doch eine ziemlich lange Zugfahrt bis nach Monteriggioni ist, sind Lena, Pati und Ich schon einen Tag früher nach Florenz gefahren, um dann am nächsten Tag ganz gechillt nach Monteriggioni zu kommen. In Florenz sind wir in einem kleinem Hostel untergekommen und konnten uns am Abend die Stadt noch etwas näher anschauen und haben auch gleich schon viele andere Freiwillige vom FöF getroffen, die wie wir, auch schon früher angereist sind. Florenz ist eine sehr schöne Stadt, und wir werden ihr im Sommer erneut einen Besuch abstatten, um sie noch genauer zu erkunden.
Die Anreise zum Seminar am nächsten Tag wurde erstmal durch einen Streik der Regionalzüge erschwert, doch konnten wir mit dem Bus in einen nahe gelegenen Ort fahren, wo wir von einem „Teamer“ abgeholt wurden.
Das Seminar fand in einem schönen Steinhaus statt, jedoch mussten wir das Haus erstmal aufwärmen, was hieß, dass wir am Anfang alle gefroren haben. Es war ein tolles Wiedersehen mit all den Freiwilligen aus Sizilien und der Toskana. Wir hatten uns viel zu erzählen, von unseren verschiedenen Einsatzstellen, Erfahrungen und Erlebnissen. In der Woche gab es viele verschiedene Themenbereich über die wir geredet, bzw. diskutiert oder nachgedacht haben. An zwei Tagen kamen noch andere Freiwillige dazu, die in der Nähe auch ihr Seminar hatten und wir sind zusammen nach Siena gefahren. Dort hatten wir die Aufgabe ein paar Italiener über den Freiwilligendienst auszufragen. Nach diesen Interviews hatten wir dann noch eine Menge Zeit, die schöne Stadt zu erkunden, durch viele kleine Gassen zu laufen oder auf dem Hauptplatz zu entspannen, wo auch zwei Mal pro Jahr der „Palio“, ein großes Pferderennen, stattfindet.
Wer mehr über den Palio erfahren möchte, hier ist ein Link zu Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Palio_di_Siena
Die meisten Themen, die wir durchgenommen haben, fand ich sehr interessant, zum Beispiel haben wir Kulturstandarts für Italien gesucht. Dabei sind wir auch auf den großen „Familienzusammenhalt“ oder die „Emozionalität“ der Italiener gestoßen. Wir haben darüber nachgedacht, was wir bisher alles gelernt haben, in den Kategorien sapere „Wissen“, sapere fare „ lernen etw. zu tun/machen“und sapere essere „ lernen etw. zu sein“, dabei ist mir klar geworden, wie viel ich doch in den letzten sechs Monaten gelernt habe. An einem Morgen wurde uns die Politik Italiens näher gebracht und ich fand es so interessant, dass ich beschlossen habe, jetzt mehr über dieses Thema zu lesen. Neben den Programmpunkten hatten wir auch viel Zeit für uns, entweder lagen wir draußen in der Sonne, haben etwas gelesen, gespielt oder geredet. Die Abende verbrachten wir entweder in unserem verrauchten Kaminzimmer und unterhielten uns, schauten einen Film oder spielten Spiele. Es war eine sehr schöne Atmosphäre, denn der Zusammenhalt, den es auch am Anfang in Torre Pellice gab, war wieder deutlich zu spüren. Es war deshalb auch erneut ein schwerer Abschied, mit der Gewissheit, dass wir uns erst alle wieder sehen werden, wenn wir wieder in Deutschland sind und unser Jahr zu Ende ist.
Ein großes Highlight, das mir den Abschied etwas leichter gemacht hat, war, dass wir auf unserer Rückreise einen kleinen Zwischenstop am Meer gemacht haben. So war ich Anfang Februar mit meinen Füßen im eiskalten Meerwasser, was für uns Freiwillige aus dem Pellice-Tal etwas Besonderes ist, weil wir ja nicht direkt am Meer wohnen, wie die meisten Sizilianer.
Allgemein war diese Woche Balsam für meine Seele und ich kann jetzt mit neuer Energie und Motivation in meine Arbeit gehen.
So
23
Jan
2011
Seit Tagen haben wir hier einfach wunderbares Wetter. Letzte Woche war es so warm, dass wir uns alle gefragt haben, wann die Bäume wieder anfangen zu blühen. Zwar ist es diese Woche wieder etwas kälter, aber die Sonne lässt sich immer noch den ganzen Tag über sehen.
Ich habe wieder ein paar Dinge erlebt, von denen ich gerne erzählen möchte. Erstens haben wir Freiwillige vom Uliveto einen Abend zusammen organisiert, um uns besser kennen zu lernen, und ein paar neue Kontakte mit Italienern zu knüpfen. Somit sind Orsi und ich mit den drei italienischen Mädels, Pizza essen gegangen und haben uns den ganzen Abend toll (auf Italienisch wohlgemerkt) unterhalten. Da es uns allen gut gefallen hat, haben wir vor das zu wiederholen. Dabei ist mir jedoch aufgefallen, dass ich außerhalb der Arbeit eigentlich wenig Kontakt zu Italienern habe, aber ich bin ja auf dem Besten weg, das zu ändern.
Das zweite große Erlebnis dieser Woche, war Gestern. Pati, Lena und ich, haben einen Ski- und Snowboardtag eingelegt. Da wir jetzt über das Wochenende ein Auto zur Verfügung haben, sind wir Gestern früh morgens nach Prali gefahren, wo wir uns mit den zwei Jonas´ , Freiwilligen aus Agape, getroffen haben. Ich habe also endlich meinen Traum wahr gemacht und stand das erste Mal auf einem Snowboard. Jonas und Jonas haben mich dann nach und nach den Berg runter gebracht, bei strahlendem Sonnenschein und einer tollen Bergsicht wohlgemerkt. Ich muss sagen, dass es mir großen Spaß gemacht hat, und etwas Talent scheine ich auch zu haben. Ein paar Drehungen hab ich schon hinbekommen. Leider ist mir mittags schon der Riemen vom Snowboard gerissen und ich musste aufhören, da der Laden, wo ich das Board ausgeliehen hatte, über mittags zuhatte. Ich war etwas enttäuscht, dass ich nicht weitermachen konnte und musste dann frierend warten, bis die anderen fertig waren. Trotzdem weiß ich jetzt, dass es nicht das letzte Mal auf einem Snowboard war, ich komme wieder !!! Leider muss ich zugeben, dass ich heute mich kaum bewegen kann, denn mein ganzer Körper schmerzt und ich merke erst jetzt wo man überall Muskeln hat : )
Mo
10
Jan
2011
Jetzt ist das neue Jahr ja nicht mehr so neu, ich bin seit einer Woche wieder am Arbeiten und alles ist wieder normal. Doch von ein paar Dingen will ich euch trotzdem berichten, vor allem, weil ich gemerkt habe, dass ich in letzter Zeit so wenig über meine Arbeit geschrieben habe.
Aber erstmal über die „Epifania“. Hier in Italien wird am 6. Dezember nicht die Heiligen Drei Könige gefeiert, sondern der Tag der „Epifania“ an dem die „Befana“( eine Art Hexe) kommt. Man kann es mit unserem Nikolaustag vergleichen, denn die „Kinder“ bekommen in großen Socken Süßigkeiten und Geschenke, und wenn man nicht brav war, bekommt man geschwärztes Zuckerrohr. Im Vergleich mit dem Nikolaustag, ist die Befana hier wichtiger, viele Kinder bekommen auch erst an dem Tag ihre „großen“ Weihnachtsgeschenke. Mir hat die Befana nichts gebracht, dafür habe ich die Socken für die Behinderten alle mit Süßigkeiten füllen dürfen.
Meine Arbeit allgemein geht voran, es gibt zurzeit nur viele Mitarbeiterwechsel, weil, wie ich schon mal berichtet habe, hier keine festen Arbeitsverträge gemacht werden und viele nur eine Arbeit für ein paar Monate finden. Das heißt für mich, dass ich mich immer auf neue Mitarbeiter einstellen muss, aber was auch wiederum Abwechslung bringen kann. Was sich bei uns noch gerade geändert hat, ist, dass wir eine neue junge Krankenschwester (22) bekommen haben, denn die vorherige wird von nun ab in einem Altenheim in Luserna arbeiten. Eine weitere Veränderung, die mich persönlich mehr betrifft ist, dass wir jetzt drei zusätzliche Freiwillige des „servizio civile“ haben, die so etwas wie ein FSJ machen. Ich freue ich einerseits, dass ich somit junge Leute aus der Umgebung kennen lernen kann und mich mit ihnen auf Italienisch unterhalten kann, doch heißt es auch, dass ich in meiner Schicht oft noch mit einer weiteren Freiwilligen zusammenarbeite, und gab es vorher manchmal schon wenig zu tun, gibt es jetzt noch weniger. Meine Arbeit macht mir jedoch weiterhin großen Spaß und mit den meisten Mitarbeitern arbeite ich sehr gerne zusammen.
Jetzt noch ein paar Dinge über mein Freizeitleben, ich unternehme wie immer viel mit den anderen Deutschen, so waren wir zum Beispiel am Samstagabend in Pinerolo in einer Bar. Da wir jetzt am Wochenende theoretisch vom CSD ein Auto haben, ist es für uns leichter mal aus unserem Tal herauszukommen. Deshalb kamen wir schon auf die tolle Idee, dass wir im Sommer (wenn er endlich da ist) öfter am Wochenende für einen Tag ans Meer fahren. Außerdem haben Lena, Pati und ich unsere Italienreise geplant, wir werden für 1 ½ Wochen im Mai durch Italien reisen, zuerst die anderen Freiwilligen in Sizilien besuchen, dann weiter nach Rom und Florenz. Ich bin schon sehr gespannt darauf.
Ende dieses Monats steht auch noch das Zwischenseminar in der Toskana an und ich freue mich schon sehr darauf, alle mal wieder zu sehen und die Stadt Siena zu erkunden.
Ich bin jetzt schon 5 Monate hier in Italien und ich muss sagen, was mir am Anfang, wie ein riesiger Berg vorkam, ist so schnell vorbei gegangen. Die Tage und Wochen verfliegen und bald kommt der Frühling und damit die warmen Monate im Jahr, worauf ich mich schon sehr freue…
So
02
Jan
2010
Zu aller erst möchte ich Euch allen nachträglich Fröhliche Weihnachten und ein Frohes Neues Jahr wünschen. Ich hoffe, jeder von Euch konnte ein paar schöne Tage bei seinen Lieben verbringen.
Bei mir war Weihnachten dieses Jahr wieder ganz anders. Mein Weihnachtsurlaub hat am 23. Dezember mit dem Weihnachtskonzert in der Kirche angefangen, bei dem unter anderem unser Chor gesungen hat. Dieses Konzert ist uns, meiner Meinung nach, richtig gelungen und es hat mich endlich in Weihnachtsstimmung gebracht. Ein Highlight war, dass Christoph und Tomas aus Sizilien, die eine Woche bei Jonas in Agape geblieben sind, zu dem Konzert gekommen sind, um uns singen zu hören. Nach einem anschließendem Drink im Cele, bin ich mit den Jungs nach Agape hochgefahren, die anderen deutschen Freiwilligen, sind am nächsten Tag nachgekommen. Für den 24. haben wir uns ein riesiges Weihnachtsfestmahl vorgenommen, das besondere dabei war: Die Jungs haben gekocht! Wir Mädels waren „nur“ für den Nachtisch zuständig. Also wurde ab 2 Uhr Nachmittags die Küche besetzt und dann ging die Kocherei los, natürlich mit Weihnachtsmusik im Hintergrund. Wir Mädels haben uns irgendwann vom Acker gemacht und „Tatsächlich Liebe“ angeschaut. Unser Festmahl hatte drei Gänge, zur Vorspeise eine Zucchinisuppe, zur Hauptspeise Gans mit selbst gemachten Klößchen und zum Nachtisch unseren Apfelstrudel, (hier in Italien übrigens „Strüdel“ genannt).
Pappsatt, ging es nach dem Essen an die Bescherung. Jeder von uns hat was Nettes bekommen. Ich habe sogar auch zwei Geschenke von daheim aufmachen können, danke Mama und Oma, für euer Geschenk, es hat mich sehr gefreut. Natürlich habe ich an meine Familie gedacht und daran, wie schön es wäre, bei ihnen zu sein, aber wenn ich ehrlich bin, hätte es dieses Jahr hier in Italien keine bessere Möglichkeit gegeben, Weihnachten zu feiern. Ich hatte mit allen zusammen einen sehr schönen Abend.
Leider musste ich am nächsten Morgen wieder früh raus, um meine lange Reise in die Schweiz zum Skifahren anzubrechen. Mit ein paar kleineren Panikanfällen, dass ich nicht den richtigen Zug erwische, bin ich dann irgendwann abends in Saas-Fee angekommen. Von Anna wurde ich mit einem Lebkuchenherz begrüßt, auf dem steht: „Du fehlst mir sooo“. Danke Anna, es hängt jetzt in meinem Zimmer und wird mich immer an dich erinnern. Papa und wir zwei Mädels hatten eine richtig tolle Woche zusammen. Jeden Tag sind wir schon früh morgens auf die Piste um das schöne Wetter zu genießen. Wir hatten bis auf einen Tag immer Sonne und blauen Himmel. Es hat gut getan, wieder etwas Abstand zu meiner Arbeit zu finden und einfach mal eine Woche nicht an die Behinderten zu denken, sondern einfach nur meine Zeit mit Papa und Anna zu genießen. Am letzten Tag sind wir extra noch zu einem Skigebiet (Zermatt) in der Nähe gefahren, weil es dort eine noch bessere Aussicht auf die Berge gibt, vor allem auf das Matterhorn. Uns hat es dort so gut gefallen, dass wir wahrscheinlich nächstes Jahr dort hingehen werden.
Jetzt sitze ich aber wieder in meinem Zimmer im Uliveto und hatte es, als ich gestern Abend hier in meinem sehr kalten Zimmer angekommen bin, nicht gerade leicht. Eine Woche lang, meine Familie um mich herum, und dann plötzlich wieder ganz alleine zu sein, darauf habe ich mich nicht eingestellt. So sind mir dann doch irgendwie die Tränen gekommen. Aber eine Nacht drüber schlafen, hilft ja bekanntlich immer, denn heute ging es mir wieder viel besser und ich wurde bei der Arbeit von allen herzlich begrüßt. Auf eine tolle zweite Hälfte meines Jahres hier in Italien, wobei ich doch noch nicht ganz die Hälfte habe.
So
19
Dez
2010
Kurz vor Weihnachten möchte ich mich erneut melden, weil wir in den letzen Tagen einiges Unternommen haben.
Erstens haben wir es ernsthaft geschafft einen richtigen Weihnachtsmarkt aufzufinden. Dafür mussten wir jedoch nach Turin, in die Großmetropole des Piemonte. Leider hatten wir nur eine ungefähre Ahnung, wo sich in Turin dieser Weihnachtsmarkt befindet und so irrten wir Freiwillige 1 ½ Stunden in Turin umher, bis wir ihn dann endlich fanden. Dafür mussten wir sogar durch ein Viertel in Turin, dass uns teilweise nicht so geheuer war. Der Markt an sich war jetzt nicht so besonders, aber ich war trotzdem glücklich, ein wenig Weihnachtstimmung mitzubekommen.
Ein weiteres Highlight dieser Woche, war ein kleines Seminar in Agape mit allen Freiwilligen aus der Gegend. Die Anreise nach Agape war jedoch ein kleines Abenteuer, denn Agape liegt weit oben in den Bergen und der Weg dort hoch ist tückisch mit einem Auto ohne Winterreifen. Das Auto, das wir von unserer hier zuständigen Organisation bekommen hatten, war nicht darauf ausgerichtet uns nach Agape zu bringen, weshalb wir anfangs noch durch die Kurven gerutscht sind und als es dann gar nicht mehr weiter ging, hatten wir zum Glück als Rettung Schneeketten. Oben angekommen, begann unser dreistündiges Seminar, in dem wir etwas über die letzten Monate geredet haben, aber auch darüber was wir uns in der Zukunft vornehmen oder was wir uns von Seiten der Organisation wünschen. Ich habe angemerkt, dass ich es gut fände, wenn ich in meinem Zimmer einen Fernseher hätte, ich bekomme von den Italienischen Medien nämlich nichts mit und beim Fernsehnschauen kann man auch ziemlich gut Italienisch lernen. Mal sehen, ob ich einen bekomme.
Nach dem Seminar gab es ein großes Weihnachtsessen, bei dem viele Menschen aus dem Ort eingeladen wurden, weshalb wir alle an einer langen Tafel saßen und aßen. Und an Essen gab es echt reichlich !!!!!! Den Abend haben wir dann mit ein paar Bieren, Tischkikker spielen und Spaß haben, ausklingen lassen. Anders als erwartet, war es in der Nacht alles andere als kalt unter meiner Decke und am nächsten Morgen hat die Sonne den ganzen Schnee und die Berge klitzern lassen. Es war eine wunderschöne Aussicht.
Zu guter Letzt, war heute das Weihnachtsfest im Uliveto. Ich war ja schon Wochen vorher damit beschäftigt, den Salone für den heutigen Tag, zu schmücken. Angefangen hat es nachmittags um 3 Uhr, mit unserem Chor des Luceo Valdesem, meinen zweiten Chor-Auftritt wohlgemerkt. Ich fand es schön, alle so fröhlich zu erleben und zu sehen, wie jeder einzelne von ihnen beschenkt wurde. Der Salone war ziemlich voll und ich bin später kaum mehr durch die Menschenmasse durchgekommen. Ich habe gemerkt, dass ich mich schon richtig dazugehörig fühle, was mich sehr glücklich gemacht hat. Es ist schön, wenn man merkt, dass man gemocht wird und so macht das Arbeiten für mich dann auch sehr viel mehr Spaß.
Fr
10
Dez
2010
Die Zeit vergeht immer schneller, es war doch vor kurzem erst der erste Advent und jetzt ist in zwei Wochen Weihnachten schon vorbei. Die ersten paar Tage im Dezember lag ich flach im Bett, mit Kopfschmerzen, Fieber und Halsschmerzen. Nachdem ich also ein paar Tage im Bett verbracht habe um mich auszukurieren, war ich wieder fit zum Arbeiten. Zurzeit bin ich oft damit beschäftigt das Uliveto mit Weihnachtsdekoration zu schmücken, was teilweise viel Arbeit ist, denn wir wollen die ganze Decke des Salone mit kleinen (Schnee)Kügelchen schmücken. Aber das macht mir eher weniger was aus, solche Dinge haben mir schon immer Spaß gemacht.
Gestern haben wir nun endlich in die Tat umgesetzt, was schon lange geplant war. Wir waren bei einem VALPE Spiel. Die Eishockeymannschaft des Val Pellice ist in der ersten Liga und fast jeder Einwohner hier ist ein Fan. So haben wir uns also gestern Abend, mit 3 paar Socken!!, auf den Weg zum Stadion gemacht. Es war als Überraschungsgeschenk für Orsolya gedacht, die vor ein paar Wochen Geburtstag hatte. Das Spiel war Klasse, mit großartiger Stimmung und teilweise aufgebrachten Italienern, viel Gejohle und wir Freiwillige mittendrin, auf Deutsch mitfiebernd. Und natürlich hat Valpe gewonnen, sogar 6:2 !!! Es gab also einiges zu sehen und es wird nicht unser letztes Spiel gewesen sein.
Mi
01
Dez
2010
Püntlich zum ersten Dezember ist hier alles weiß! Für mich ist es jetzt nun um so schwieriger von der Stelle zu kommen, aber ich erfreue mich an der weißen Pracht :)
Leider können die Italiener nicht so gut eine Weihnachtstimmung herzaubern, wie es in Deutschland der Fall ist, deshalb haben wir drei Mädels uns selber etwas gebastelt, einen kleinen Adventskranz und etwas zur Dekoration. Ich freue mich schon sehr darauf, die Weihnachtszeit hier verbringen zu dürfen und Weihnachten in Agape zu feiern, was bestimmt eine ganz neue Art des Weihnachtsfestes sein wird, so weit weg von der Familie.
Ich wünsche Euch allen eine gesegnte Adventszeit !
So
21
Nov
2010
In einer Woche findet bei uns ein Familientag statt und wir zwei Freiwillige hatten die Idee, wir könnten jeder Familie eine Laterne schenken, die wir mit ihren „Kindern“ gebastelt haben. Das jedoch diese 22 Laternen solch eine Arbeit werden, haben wir nicht gedacht, das heißt, wir sind gerade auch in unserer Freizeit kräftig dabei, zu basteln und am Anfang haben wir uns noch über jede fertige Laterne gefreut und gestaunt, wie schön sie geworden ist, aber jetzt freuen wir uns darauf, unser Projekt zu beenden. Aber unser Ziel ist es, die Familien glücklich zu machen und wenn wir das geschafft haben, ist es egal, wie viel Freizeit wir da hineingesteckt haben.
So
21
Nov
2010
Da ihr ja alle ganz fleißig meinen Blog lest, was mich sehr freut, bin ich euch wohl mal wieder ein Eintrag schuldig. Jedoch ist in den letzten Wochen nicht ganz so viel Aufregendes passiert. Die Tage werden kürzer und kälter und regnerischer, somit verbringe ich oft Abende in meinem kleinen Zimmer, skype mit Freunden und Familie, lese etwas, schaue Filme oder trinke Tee und unterhalte mich mit der Freiwilligen aus Ungarn.
Von zwei Dingen kann ich jedoch etwas näher berichten. Am 8. August hatten wir unseren ersten Chor-Auftritt mit dem Coro des Luceo Valdese, auf einem Apfelfest „Tutto Mele?“. Unser Fazit (Pati, Lena und meines), war nach dem Auftritt, "ganz ok", denn ein paar Lieder hatten wir drei zuvor noch nie gesungen, und von einem hatten wir den Text nicht. Aber Hauptsache, es hat uns Spaß gemacht und der nächste Auftritt wird bestimmt besser, zumal er im Uliveto, bei unserer Weihnachtsfeier stattfinden wird.
Letzte Woche haben wir eine etwas „größere“ Reise unternommen und sind and einem Samstag, an dem es mal erstaunlicherweise nicht geregnet hat, nach Turin gefahren. Außer uns drei Mädels war noch Petra, eine ungarische Freiwillige aus dem Nachbartal, die wir vom Italienischkurs kennen, dabei. Neben Shopping, einer langen Suche nach etwas gescheites zum Essen und einem Maronen-Snak, sind wir in das „Museo Nazionale Del Cinema“ (also Kinomuseum) gegangen, mussten zwar volle 7 Euro zahlen, weil wir weder unter 18, noch Studenten, sondern „nur“ arme Freiwillige sind !!!!!! Die Aufregung am Anfang hat sich jedoch schnell gelegt, weil das Museum großartig war. Petra war davon ganz hin und weg, denn es ging hauptsächlich um Horror, oder Vampirfilme, was sie einfach fantastisch findet. In der Galerie könnt ihr ein paar Bilder sehen.
Wie ihr schon lesen konntet, regnet es hier leider grad ziemlich oft und die Sonne ist kaum zu sehen. Grad an freien Tagen, ist das zum Teil sehr deprimierend. Auch wenn wir abends in einen Pub wollen, steht uns der Regen im Weg, denn wer will schon klatschnass einen Cocktail trinken? Da Orsi und ich, hier im Uliveto etwas in der Pampa liegen, sind wir gerade dabei, eine Lösung zu finden, denn solche Tage werden sich eher häufen in nächster Zeit.
Bis zum nächsten Eintrag, dann haben wir vielleicht schon Dezember und die Weihnachtszeit fängt an. Ich bin sehr gespannt darauf, wie viel Weihnachtsfeeling ich hier mitbekomme.
So
07
Nov
2010
Diese Woche war ich reichlich mit Besuch aus Deutschland gesegnet. Am Mittwoch gleich nach meinem Italienischkurs, hat mich Ingrid am „Marktplatz“ in Luserna erwartet. Es war ein freudiges Wiedersehen und da wir beide hungrig waren, sind wir gleich mal in „meine Pizzeria“ gegangen. In die wird jetzt jeder Besuch von mir hingeschleift, weil sie gut und günstig ist. Der Abend war ein schöner „Schwätzabend“, wir haben über mein Leben hier und meine neue Arbeit geredet. Am nächsten Tag habe ich gearbeitet und Ingrid konnte die paar sonnigen Minuten genießen und hat sich Torre Pellice und Bobbio Pellice angeschaut. Ich hatte einen sehr anstrengend, aber schönen Arbeitstag. Wir sind morgens zu einem Halloweenfest gegangen, haben uns dort gruselig schminken lassen, Reis aus riesigen Kürbissen gegessen und getanzt. Am Nachmittag ging das Filzprojekt weiter, wir haben diesmal kleine Bälle und eine Art Kegel gefilzt. Eine Kollegin hat mitbekommen, dass ich Besuch habe und hat mir gleich ein „Restaurant“ in Pinerolo vorgeschlagen. Da es hier jetzt ziemlich früh dunkel wird, sind wir nach Pinerolo und konnten die Stadt bei Nacht anschauen. Nachts haben die Gassen und die Arkaden in Pinerolo eine ganz andere Wirkung, als tagsüber.
Zu Abend gegessen haben wir dann in EATALY. Es ist ein großes Gebäude, in dem man typisch, piemontesische Lebensmittel kaufen kann. Zwischen den Regalen gibt es Tische und mittendrin auch eine große Theke, wo man Gerichte, hergestellt aus diesen Lebensmitteln, essen kann. Es gibt verschiedene Bereiche, den Pasta- oder Pizzabereich, Fleisch- oder Fischbereich. Es gab keine große Auswahl, doch das Essen war sehr gut (wir haben die Pasta probiert) mitten in einer besonderen Atmosphäre.
Am Freitag musste Ingrid leider wieder zurück, aber bevor sie losgefahren ist, waren wir noch in Torre Pellice und haben gefrühstückt. Da am Freitagmorgen immer Markt ist, sind wir anschließend noch durch den Markt gelaufen und ich habe ein paar bekannte Leute getroffen. Wir fanden es lustig, weil es normalerweise genauer andersherum ist, wenn ich mit Ingrid unterwegs bin. Aber nach 3 Monaten kennt man doch schon einige Leute hier in der Gegend.
Als Ingrid weg war, bin ich gleich zum Arbeiten gegangen und konnte mich dann auf den Abend freuen, denn dann kamen Anna und Papa. Es war so toll, Anna endlich wieder bei mir zu haben. Jedes Mal, wenn wir wieder zusammen sind, merkt man erst, dass man sich wieder komplett fühlt. Da es ziemlich spät war, sind wir dann alle bald ins Bett, weil wir vorhatten am nächsten Tag eine kleine Wanderung zu machen. Jedoch erst nach unserer Chorprobe, bei der Anna Gasthörerin war und von dem Klang begeistert war. In unserem Tal, war doch ziemlich schlechtes bzw. nebliges Wetter, deshalb sind wir dem entflohen und sind der Sonne entgegen gefahren, in dem wir uns auf den Weg nach Prali gemacht haben. Ein kleines Dorf in den Alpen, wo auch ein FÖF-ler Arbeitet. Schon auf dem Weg konnte man die Schneeberge bestaunen und als wir dann in Prali angekommen sind, unsere „Wanderschuhe“ angezogen hatten, sind wir einfach mal einen Berg hoch gewandert. Bei Papa ist es normal, dass man nicht den normalen Weg benutzt, sondern einfach mal losläuft. Es war teilweise ziemlich steil und wir haben und schon gefragt, ob wir auf dem Rückweg runterrutschen müssen, was aber etwas schmerzhaft geworden wäre. Aber die Natur hat uns dafür reichlich belohnt. Die gelben Bäume und der moosbewachsene Waldboden, haben wunderbar zum blauen Himmel gepasst. Es war traumhaft und wir haben unser kleines Abendteuer sehr genossen. Manchmal haben Anna und ich uns wie im Wunderland gefühlt, oder wir waren mal wieder wie die Fünf-Freunde. Nach einem kleinen Snack, neben einem eingestürzten Steinhaus, sind wir wieder runter, auf dem richtigen Wanderweg diesmal, den wir zufällig gefunden haben. Auf dem Rückweg sind wir in Agape (ein Begegnungs-, bzw. Kulturzentrum in Prali) vorbeigekommen und konnten Jonas (dem Föf-ler) einen kleinen Besuch abstatten, der dann auch mal die „zweite Adele“, wie er es genannt hat, kennen lernen konnte.
Abend sind wir dann erneut in „meine Pizzeria“ gegangen und haben noch mal die letzten Stunden zusammen genießen können. Heute Morgen sind die beiden leider schon wieder gefahren und ich bin wieder alleine in meinem Zimmer. Ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch, bzw. auf die Woche Skifahren in der Schweiz mit Anna und Papa.
Danke Ingrid, Papa und Anna, dass ihr mir die letzten Tage so besonders gemacht habt.
Fr
29
Okt
2010
Ende Oktober ist hier richtiges Herbstwetter, fast die ganzen Blätter liegen schon auf dem Boden und die Berge um mich herum werden immer weißer. Bis jetzt finde ich es noch nicht zu kalt, aber ich gehe davon aus, dass sich das in den nächsten Wochen ändern wird. Wobei, wenn die Sonne scheint, bin ich immer noch ganz von den Bergen voller Schnee fasziniert, wenn alles glitzert. Es stellt sich bei mir immer mehr ein Alltagstrott ein, obwohl jeder Tag natürlich irgendwie anders verläuft. Ich habe verschiedene Aktivitäten, wo ich die Behinderten begleite. Gestern waren wir zum Beispiel in Villar Pellice, in einer Filzfabrik und wir haben einen Wandteppich zusammen gefilzt. Zuerst durften die Behinderten eine Form aussuchen, die sie dann mit Wolle in ihrer Lieblingsfarbe ausfüllen durften. Über diese verschiedenen Formen wurden dann verschiedene Schichten Brauner und weißer Wolle gelegt. Anschließend wurde das alles mit Seifenwasser nass gemacht und wir mussten mit unseren Händen den Teppich fest streichen. Das Ergebnis am Ende war richtig schön und es hat allen total Spaß gemacht. Alberto, der für uns Freiwillige zuständig ist, hat mir den Umgang mit der Videocamera gezeigt, also habe ich die Filzaktion gefilmt, aber auch den Behinderten geholfen, ihren Wandteppich herzustellen. Von unserer Gruppe war auch eine dabei, die im Rollstuhl sitzt und sich kaum bewegen kann. Doch auch sie konnte ihren Teil zum Wandteppich beitragen, sie hat sich eine Form und eine Farbe ausgesucht. Ich habe mit ihr zusammen, die Wolle auf ihre Form getan und sie konnte fühlen, wie sich die Wolle mit dem Seifenwasser anfühlt. Mir macht meine Arbeit sehr viel Spaß. In unserer Gruppe, ist es wie eine Art Familie. Es gibt manchmal Streit untereinander, dann wird sich später wieder vertragen, wir hören zusammen Musik, malen was oder machen einen Spaziergang.
Nächste Woche melde ich mich wieder, denn es kommt zuerst Ingrid und danach Papa mit Anna und Leo zu Besuch. Ich finde es toll, dass ich hier so viel Besuch bekomme. Es tut gut seine Familie um sich zu haben und ich freue mich jedes Mal, ihnen zeigen zu können, wie toll es hier ist, wie „gut“ mein Italienisch schon ist und wo ich arbeite.
Di
19
Okt
2010
Heute haben Barbara und Ich zusammen dieses schöne Bild gemalt. Am Ende haben wir dann noch einen schönen Platz in ihrem Zimmer dafür gefunden.. Falls man es erkennen kann, haben wir gemeinsam ihren Namen geschrieben, ihre Hand und eine Blume gemalt... die Sonne kommt von mir und der Rest ist pure Kreativität. Es hat uns großen Spaß gemacht :)
So
17
Okt
2010
Ich hatte letzte Woche das große Glück meine liebe Mama bei mir zu haben. Nachdem ich letzten Sonntag damit verbracht habe mein Zimmer auf Vordermann zu bringen, habe ich dann sehnsüchtig darauf gewartet, dass Mama mit ihrem „Fiatle“ die Auffahrt hochfährt. Als es dann endlich soweit war, hab ich erstmal alle meine Wintersachen in mein Zimmer tragen dürfen. Das Zimmer ist noch viel gemütlicher, wenn man zu zweit drin wohnt. Wir haben 5 Tage lang unser Mutter-Tochter Dasein genossen. Ich habe tagsüber immer gearbeitet, in der Zeit hat sich Mama in meinem Zimmer gemütlich gemacht, oder hat sich Torre Pellice angeschaut, bzw. hat während einer Führung im Waldensermuseum alles über die Waldenser erfahren und wusste schließlich sogar mehr als ich J. In unserer gemeinsamen Zeit haben wir viel unternommen, angefangen mit einem täglichen Frühstück in Torre Pellice, ein Latte Macchiato und ein Brioche (Croissant). Ich habe mich leider immer noch nicht daran gewöhnt, dass man hier an die Theke geht, um zu bezahlen, denn oft warte ich immer noch auf die Rechnung. Aber so langsam sollte ich es gelernt haben.
Bei schönem Herbstwetter sind wir einmal nach Pinerolo gefahren, um die schöne Altstadt anzuschauen, einen Schaufensterbummel zu machen und das Chinesische Restaurant auszuprobieren, von dem ich gehört hatte. Leider sind wir von den Chinesen in Deutschland verwöhnt worden und waren deshalb von dem Essen dort etwas enttäuscht.
An einem anderen Tag sind wir weiter ins Pellice Tal hinein gefahren in ein kleines Dorf namens Bobbio Pellice, das letzte, bevor die Zivilisation aufhört und die Berge anfangen. Es ist ein nettes kleines Dorf und wir haben dort erfahren, dass sich die Waldenser hier als erstes niedergelassen haben, nachdem nach einem zweiwöchigen Marsch, von der Schweiz aus, in Bobbio angekommen sind.
Anschließend sind wir, typisch Italienisch, Pizzaessen gegangen, waren jedoch zum Glück diesmal vom Essen positiv überrascht. Die Pizzaauswahl war grandios und Mama ist das Wagnis eingegangen und hat sich eine Pizza mit Äpfeln bestellt, was sich jedoch voll und ganz gelohnt hat. Sie war lecker !!
Am Donnerstag hatte ich meinen freien Tag und wir wollten etwas größeres unternehmen, also haben wir Turin einen Besuch abgestattet. Da wir uns die Suche nach einem Parkplatz in Turin ersparen wollten, sind wir mit dem Zug hingefahren. Von Pinerolo aus ganz einfach und billig (für nur 6 Euro Hin- und Rückfahrt pro Person). Wir haben bestes Wetter erwischt und sind erstmal unter den Arkaden an den vielen teuren Geschäften vorbeigelaufen. Ich habe mir ein paar warme Sachen für den Winter gekauft und habe es genossen mit Mama meine Zeit zu genießen. Es gab auch einen kleinen Markt und wir haben einen Stand mit vielen tollen Marmeladen entdeckt. Nach ein paar Stunden haben meine Füße leider richtig weh getan, somit haben wir beschlossen zurückzufahren, um noch mal schnell in Pinerolo in einen bestimmten Laden zu gehen, damit Mama sich eine tolle Tasche kaufen konnte, die sie das letzte Mal dort gesehen hat und seit dem nicht mehr vergessen konnte. Glücklich und Zufrieden mit unseren Einkäufen, danke noch mal für den Pulli Mama, haben wir unseren letzten gemeinsamen Abend mit der Serie Moonlight vor meinem Laptop ausklingen lassen. Am nächsten Tag hieß es leider wieder Abschiednehmen und diesmal wird es wohl für etwas länger sein, denn ich sehe sie erst wieder im August, wenn ich zurück komme.
Seit Mama weg ist, ist schlechtes Wetter, jedoch musste ich Gestern trotzdem zweimal nach Torre fahren, einmal zum Chor und am Abend noch mal zu Steffen um zu kochen. Es gab Kartoffelsalat mit Würstchen *lecker*. Leider hat es in Strömen geregnet und ich habe keine Regensachen, die fürs Fahrradfahren geeignet sind, also kam ich klatschnass bei Steffen an und war immer noch nass, als ich wieder zurück in meinem Zimmer war. Zum Glück bin ich nicht krank geworden. Viel kann man bei so einem Wetter nicht machen, deshalb schauen wir oft Filme oder trinken Kaffee. Ich hoffe, das Wetter bessert sich bald, man kann nicht mal die Berge sehen, auf denen jetzt bestimmt schon mehr Schnee liegt. Ich kann (wenn die Berge mal kurz zu sehen sind) beobachten, wie die Schneefallgrenze immer weiter sinkt, erschreckend aber wahr. Es wird kalt und der Winter kommt!!
Mi
06
Okt
2010
Die letzen zwei Tage hatten wir (Uliveto) Besuch aus Frankreich, aus der Nähe von Straßburg. Es ist eine Art Austausch, d.h. zwei von unseren Bewohnern sind mit ein paar Betreuern nach Frankreich und zwei Bewohner von dem Heim in Frankreich sind mit ihren Betreuern nun bei uns gewesen. Ich habe mich gewundert, wie viele hier Französisch sprechen, da ja eigentlich fast niemand Englisch spricht. Manchmal gab es jedoch auch Verständigungsschwierigkeiten. Teilweise habe ich dann von Englisch auf Italienisch übersetzt und anders herum. Aber mir ist aufgefallen, dass ich mich schon ziemlich gut auf Italienisch verständigen kann und dass mein Französisch leider weiter in meinen Hinterkopf gewandert ist, als mir lieb ist. Ich verstehe zwar alles, aber wenn ich etwas sagen möchte, dann kommt halt doch nur Italienisch. 5 Sprachen auf einmal sind einfach zu viel an einem einzigen Tag. Am Dienstagmorgen sind wir also mit den Franzosen und mit drei von unserer Gruppe nach Torre Pellice gefahren, wohlgemerkt bei schönstem Wetter, und sind etwas in der Altstadt herumgelaufen, und haben anschließend noch einen Kaffee getrunken. Ich glaube den Franzosen hat das kleine Städtchen gefallen. Am Nachmittag stand dann der Ausflug ins Schwimmbad an. Ich und Monika, eine Mitarbeiterin, sind mit Elena eine aus unserer Gruppe und den zwei Franzosen mit ihrer Betreuerin also nach Pinerolo gefahren. Ich habe die ganze Zeit als Übersetzerin fungiert, weil es einige Verständigungsschwierigkeiten gab. Außerdem durften wir auch nur eine Viertel Stunde ins Wasser, weil das Becken, in dem wir normalerweise sind, schmutzig war. Aber das hat uns weniger gestört, denn wir hatten dann anschließend noch Zeit beim MC Donalds vorbeizufahren und ein Eis zu essen.
Die zwei Französinnen und ich
Abends, in meiner Freizeit, sind Pati und ich zu unserer zweiten Salsastunde gegangen und wir hatten großen Spaß dabei. Da wir keine eigenen Tanzpartner haben, tanzen wir mit „Aushilfsmännern“ (alle schon über 30), die uns herumwirbeln und uns der Kopf schwirrt, von zu vielen Drehungen. Leider sind wir typisch Deutsch, nach dem Motto, die Frauen haben das Zepter in der Hand, denn wir lassen uns anscheinend schlecht führen. Es heißt immer „Lass deinen Arm etwas lockerer“. Aber wir haben ja noch etwas Zeit uns in diese Tanzrolle der Frau einzufinden.
Heute ging es bei der Arbeit gleich wieder weiter mit einem kleinen Ausflug nach Bobbio Pellice. Das ist das letzte Dorf in dem Pellice Tal und danach hört die Zivilisation auf, d.h. wir sind erneut mit ein paar von unserer Gruppe und den Franzosen in unserem Bus nach Bobbio gefahren. Auch ich war das erste Mal dort und ich war begeistert von der wundervollen Landschaft. Die Berge, die ich bis jetzt immer nur von weitem bewundern konnte, kamen nun auf einmal näher und auf manchem lag schon ein weißer Schneeüberzug. Es war großartig schön. Leider habe ich meine Kamera nicht mitgenommen, also gibt es keine Bilder davon (noch nicht!). Auch hier haben wir uns das Dörfchen angeschaut, um dann in einem Café Halt zu machen. Solche Ausflüge machen mir immer sehr viel Spaß, weil man nicht immer in den gleichen vier Wänden ist und die Behinderten auch mal in einem anderen Umfeld kennen lernen kann. Allgemein glaube ich, dass sie mit mir und meiner Arbeit zufrieden sind. Zumindest werde ich auch manchmal gelobt. Natürlich muss ich immer noch lernen, z.B. habe ich gestern Elena die Schuhe schon ca. 10 Minuten bevor wir ins Schwimmbad gegangen sind angezogen, und das heißt für Elena, dass wir jetzt sofort gehen. Also habe ich sie ihr wieder ausgezogen und kurz bevor wir dann wirklich gegangen sind, wieder angezogen J
Heute geht es wieder in den Italienischkurs, anschließend kochen wir bei Pati Tortelini, morgen habe ich frei und am Sonntag kommt Mama für 5 Tage. Ich freue mich also riesig auf die nächste Woche.
Sa
02
Okt
2010
Auch hier ist Anfang Oktober der Herbst ins Land gezogen und ich muss seit gestern meine Heizung anmachen. Trotzdem lass ich mich von dem teilweise schlechtem Wetter nicht die Laune verderben. So haben wir letztens kurzerhand entschlossen einen Herbstspaziergang zu machen und Maronen zu sammeln, um sie später mal zu kochen, was wir bis jetzt jedoch noch nicht gemacht haben, aus zeittechnischen Gründen. Diese Woche habe ich es endlich mal in Angriff genommen, mich hier in der Gesellschaft zu integrieren, denn ich war bis jetzt ja meistens nur mit Lena und Patricia unterwegs. Was das genau bedeutet? Also am Mittwochabend sind Pati und ich in einen Salsa-Tanzkurs gegangen, wo der Altersdurchschnitt zwar bei Anfang 30 liegt, es aber trotzdem Spaß macht. Wir haben vor, diesen Kurs jetzt jede Woche zu besuchen, um somit in einem Jahr hoffentlich einigermaßen gut Salsa tanzen zu können. Außerdem haben wir (Pati, Lena und ich) heute das erste mal den Chor des Liceo Valdese di Torre Pellice besucht. Eigentlich ist es der Chor der Schule in Torre Pellice, aber die sind es gewohnt, wenn öfter mal Freiwillige dazukommen. Wir wurden herzlich aufgenommen und nun ist der Chor um drei Altistinnen reicher. Ich habe gemerkt, wie sehr es mir gefehlt hat in einem Chor zu singen und bin deshalb umso glücklicher, dass ich es jetzt wieder darf.
Um auf meinen Titel dieses Blogeintrags zu kommen, haben wir heute Pinerolo einen Besuch abgestattet. Mit dem Zug, der fast jede Stunde fährt, ist man in ca. 20 Minuten und für nur 4 Euro (Hin- und Rückfahrt) in Pinerolo. Wir haben von einem Fest gehört, das dort stattfinden soll, doch als wir ankamen, war nichts los. Alle Geschäfte hatten noch Mittagspause und ein Fest war nicht in Sicht. Also schauten wir uns, leider bei schlechtem Wetter, die schöne Altstatt und die Schaufenster an. Leider sind die meisten Geschäfte zu teuer, dass Freiwillige dort einkaufen können. Irgendwann haben wir dann aber doch ein paar Pferde und Trommelschlagen gehört. Denn das Fest ging um den „ Mann mit der eisernen Maske“, und die drei Musketiere. Anscheinend versteckt sich ein Mann zwei Tage lang unter einer Maske und am Sonntagabend wird dann aufgedeckt, wer sich darunter verbirgt. Wir konnten leider nur den Anfang mitbekommen, denn irgendwann mussten wir auch wieder zurück nach Torre Pellice/Luserna. Aber es wird bestimmt nicht das letzte Mal in Pinerolo gewesen sein.
Di
28
Sep
2010
Der Samstag war bei mir leider ein Arbeitstag und dann hatte ich auch noch Nachmittagsschicht, was aber nicht weiter schlimm war, weil ich ja nur bis um halb 10 arbeite. Wir hatten uns für den Samstagabend vorgenommen ins Cele zu gehen, die einzige passable Kneipe in Luserna. Da Patricia eine neue WG-Mitbewohnerin aus Indien bekommen hat, wollten wir ihr das italienische Nachtleben in Luserna zeigen. Es war ganz witzig, wie wir im Cele saßen und uns auf Englisch unterhalten haben. Wir haben uns auch über Indien unterhalten und ich habe mal wieder gemerkt, wie anders das Leben dort doch ist. Eliza meinte, dass ihre Eltern es ihr z.b. nicht erlaubt hätten, heute Nacht hier zu sein.
Am Sonntagmorgen dann habe ich mich mit Lena im „Cafe del Forte“ verabredet um zu Frühstücken. Man kann dort gut und billig frühstücken, nur ist der Weg dorthin erstmal Frühsport, was ja nicht schaden kann. Wir hatten Glück, denn es war ein wunderschöner Morgen und dazu war in Torre Pellice auch noch Flohmarkt, wo wir uns erstmal allen Schrott angeschaut haben. Da wir dachten, dass das Wetter bis am Nachmittag hält, haben Lena und ich uns für eine Radtour verabredet. Doch als wir dann los wollten, gab es nur noch Wolken und keine Sonne mehr. Wir sind trotzdem los und einfach mal dort hingefahren wo wir Lust hatten, durch Weinberge und Kiwiplantagen. Irgendwann sind wir in einem kleinen Dorf gelandet, und wir haben Musik gehört und ganz viele parkende Autos gesehen. Da musste was los sein. Also haben wir unsere Fahrräder angekettet und sind der Musik nach. Tatsächlich sind wir auf einem riesigem Fest gelandet, bei dem das ganze Tal zu Besuch war, es gab sogar einen kleinen Rummel. Zum Glück hatten wir kein Geld dabei, so sind wir einfach durch das Dorf gelaufen und haben uns die verschiedenen Stände angeschaut. Insgesamt war es ein schöner Rad-Ausflug, den wir bei mir mit einem Kaffe ausklingen ließen.
Arbeitsmarktsituation:
Ich möchte auch noch etwas über die Arbeitsmarktsituation hier berichten. Arbeit zu finden, ist hier zurzeit fast unmöglich. Und wenn man Arbeit findet, sind das hauptsächlich 3-monatsverträge. Auch bei mir im Uliveto arbeiten viele immer nur für ein paar Monate in der Gruppe und danach sind sie wieder arbeitslos. Ich finde es schwer, denn somit müssen sich die Behinderten immer wieder auf neue Leute einstellen und auch die Betreuer haben kaum Zeit in der Gruppe Fuß zu fassen, schon sind sie wieder weg. Da finde ich es gut, dass ich wenigstens ein ganzes Jahr Zeit habe.
Mo
27
Sep
2010
Nachdem ich jetzt nun seit fast zwei Monaten hier in Italien bin, habe ich mich doch dazu entschlossen einen Blog einzurichten.
Alle Emails die ich bis jetzt verschickt habe werde ich hier erstmal veröffentlichen, damit man von meiner Anfangszeit auch etwas lesen kann.
Ich hoffe ihr habt Spaß dabei meinen Blog zu lesen :)
Mi
15
Sep
2010
nachdem ich nun schon fast 3 Wochen hier im Uliveto bin, möchte ich euch berichten, was ich alles so gemacht habe und wie mein Tagesablauf aussieht.
Wenn ich morgens um 7 Uhr meine Arbeit anfange, kann ich noch nicht wirklich viel tun, da die zwei Betreuer, die immer eine Schicht übernehmen, meistens noch nicht da sind, oder noch eine rauchen. Deshalb habe ich mir es auch schon angewöhnt erst um viertel nach 7 aufzutauchen und da sagt niemand etwas. Nacheinander werden alle Behinderten aufgeweckt, gewaschen und angezogen. Selber jemanden gewaschen habe ich noch nicht, aber beim Anziehen helfe ich meistens. Die letzten zwei Male habe ich dann für jeden das Frühstück hergerichtet. Meistens gibt es eine Schale Milch oder Tee mit Keksen drin.
Es ist nicht so, dass ich bestimmte Aufgaben habe, sondern ich suche mir die Aufgaben oder helfe, wo ich gebraucht werde. Roby, ein Behinderter der sich kaum bewegen kann und sich nicht mitteilen kann, gebe ich immer das Frühstück und um halb 12 auch das Mittagessen. Zwischendurch wird entweder Musik gehört, auf dem Balkon gechillt oder es werden andere Dinge gemacht. Neuerdings habe ich zwei von meiner Gruppe die Fingernägel lackiert, da waren sie ganz glücklich und ich auch. Nachdem Mittagessen helfe ich erstmal die Küche zu putzen und dann gehen die meisten aufs Klo und anschließend wieder auf den Balkon. Bis um halb 3 meine Schicht endet, habe ich dann eher weniger zu tun, aber auch die Betreuer sitzen auf dem Balkon und reden oder rauchen. Es ist sehr auffällig, wie viele hier rauchen und zwar auch richtig viel. Ich bin froh, dass ich nicht rauche, sonst würde ich hier noch zum Kettenraucher werden.
Natürlich läuft nicht jeder Tag für mich gleich ab, denn es gibt auch so genannte „Gitas“, das sind Ausflüge. Einmal bin ich mit ins Schwimmbad und ich habe mich ganz alleine nur um eine Behinderte gekümmert, die sich meistens an mich geklammert hat, aber wenn ich sie ein bisschen im Wasser bewegt habe, hat sie lockerer gelassen und gelacht und sich sehr gefreut. Es war eine tolle Erfahrung und hat großen Spaß gemacht. Es gibt auch kleinere „passeggiatas“, also Spaziergänge, d.h. wenn ein Bewohner gerade Lust hat spazieren zu gehen, dann geht man mit ihm etwa eine ¾ Stunde in Ort spazieren.
Dann gibt es jedoch auch Ausflüge, die einen ganzen Arbeitstag (oder länger) dauern. Wie zum Beispiel Gestern, als wir in eine Art Tierpark sind. Wenn man Ausflüge macht, muss es für jeden Behinderten immer einen Betreuer geben, d.h. es kann immer nur eine bestimmte Anzahl an Behinderten mit. Wir sind etwa eine halbe Stunde zu diesem Tierpark gefahren und haben erstmal die Tiere angeschaut und teilweise auch gestreichelt, wie zum Beispiel ein liebevolles Kamel. In einem Picknickbereich haben wir dann unsere lange Mittagspause gemacht. Wenn man unterwegs ist, muss man alles Mögliche mitnehmen, weil jeder Behinderter auch unterschiedlich isst. Da ich von Morgens früh bis um halb 1 nichts esse, habe ich wenn es Mittagessen gibt, immer richtig Hunger und ich bin froh, wenn ich mich mal 10 Minuten hinsetzen kann und essen darf. Jedoch sitzt man auch dort mit den Behinderten am Tisch und man muss auch dann ständig aufpassen, dass niemand gerade mit den vollen Bechern umher wirft, oder dir die Gabel aus der Hand reißt.
Heute hatte ich wieder einen besonderen Tag, der zwar schon um 7 Uhr angefangen hat, aber nachdem ich allen das Frühstück gegeben habe, wurde ich um 10 Uhr mit Marisa zu ihrer Schule gefahren, wo es ein Fest gab, bei dem alle Familienmitglieder eingeladen wurden. Damit Marisa auch eine Begleitung hat, bin ich mitgegangen. Als wir ankamen, mussten wir noch ca. 2 Stunden warten, bis das Fest angefangen hat und ich bin mit Marisa also mehrmals ums Haus gelaufen und habe ein paar Fotos von uns gemacht mit meiner Kamera, die ihr so gut gefallen hat. Das Fest wurde von der Schule organisiert in die Marisa unter der Woche geht. Anders als in meiner Gruppe, waren die Behinderten, die ich dort kennen lernen durfte, nicht so schwerbehindert und somit auch ziemlich selbstständig. Ich fand es gut, dass ich auch mal mit solchen in Kontakt kommen konnte, weil bei uns die meisten doch sehr viel Hilfe brauchen. Nach dem leckeren Büffet, wo Marisa und ich uns die Bäuche vollgeschlagen haben, gab es noch eine Live-Band mit italienischen Liedern und alle haben angefangen zu tanzen, ich mit Marisa mittendrin. Leider ist sie nicht so gut zu Fuß, deshalb bin ich um sie rumgetanzt und sie hat geklatscht oder gelacht. Als ich dann jedoch nach 4 Uhr Nachmittags irgendwann in meinem Zimmer war, war ich schon ziemlich erschöpft, weil die Temperaturen hier immer noch sehr warm sind.
So nachdem ich jetzt ja richtig ausführlich von meinem Arbeitsleben erzählt habe, möchte ich jetzt auch noch etwas über mein Freizeitleben schreiben. Wie ich schon in der letzten Mail geschrieben habe, unternehme ich viel mit den anderen zwei Mädels vom FÖF, so waren wir letzen Samstag zusammen am Fluss von Torre Pellice und haben sie Sonne genossen und uns im Fluss abgekühlt. Diese Woche ist jedoch noch eine weitere Freiwillige ins Uliveto eingezogen. Sie heißt Orsolia, kommt aus Ungarn und wird mit mir das ganze Jahr über im Uliveto arbeiten, ich oben und sie unten. Es ist gut jemanden zu haben, mit dem man sich über die Arbeit austauschen kann und sie ist wirklich ein sehr umgänglicher Mensch. Ich unterhalte mich mit ihr auf Englisch, da wir es beide ziemlich gut sprechen. Apropos Sprachen, seit neuesten gibt es also Tage, an denen ich Italienisch, Deutsch, Spanisch und Englisch spreche und manchmal komme ich richtig durcheinander. Doch gerade heute bei dem Fest habe ich jedoch gemerkt, wie gut ich mich eigentlich schon auf Italienisch unterhalten kann und alle sind begeistert von meinen Italienischkenntnissen. Jedoch bekommen wir ab Morgen jede Woche 2 Stunden Italienischunterricht, wo ich die Grammatik hoffentlich noch besser lernen werde. Ansonsten habe ich angefangen zu joggen, denn direkt hinter dem Uliveto gibt es tolle Wege zum rennen. Am Donnerstag schnuppern wir drei Mädels mal in eine Freizeitvolleyballmannschaft rein, die hoffendlich Anfänger, wie mich aufnehmen. Außerdem haben wir hier von einem tollen Chor gehört und da es mir sehr fehlt in einem Chor zu singen, wollen wir auch versuchen dort hinzugehen, vor allem auch um italienische Jungendliche/ junge Erwachsene kennen zulernen.
Ich bin sehr gespannt darauf, wie sich die nächsten Wochen entwickeln und ob ich mich weiter so gut einleben kann, wie bisher. Gezwickt und angeschrieen, werde ich aber wohl noch das ganze Jahr über, jedoch auch geknuddelt, geküsst und angelacht.
Fr
03
Sep
2010
Jetzt bin ich schon genau eine Woche hier und ich glaube die erste Woche geht immer am langsamsten vorbei. Ich habe jetzt das ganze Wochenende frei und freue mich, dass ich wieder ausschlafen kann und nicht arbeiten muss. Obwohl mir die Arbeit Spaß macht, will ich trotzdem mal einen Tag meine Ruhe. Ich denke, das ist verständlich. Ich habe diese Woche viele neue Dinge gesehen, vieles gelernt, viel Italienisch gehört ( und wenig verstanden), und mich so nach und nach immer besser einbringen können. Bis ich jedoch das Gefühl habe, ich werde nützlich, kann es glaube ich noch eine Weile dauern. Oft stehe ich oder sitze ich nur rum, weil es für mich nichts zu machen gibt. Aber es wird von Tag zu Tag weniger. Leider kann ich mich nicht wirklich mit den anderen Betreuern unterhalten, weil ich die Sprache nur bruchstückhaft spreche. Meine Vorgängerin Katrin, hat mir jedoch gesagt, dass es sie am Anfang auch sehr gestört hat, aber, dass es schnell besser wird.
Damit ich Abends nicht alleine in meinem Zimmer bin, fahre ich mit meinem Fahrrad zu anderen Freiwilligen ins Zentrum von Luserna oder nach Torre Pellice. In 7 Minuten bin ich in Luserna und weitere 10 Minuten brauch ich bis nach Torre Pellice, weil es da leicht den Berg hinaufgeht. Torre Pellice hat im Allgemeinen mehr zu bieten, als Lueserna, denn dort gibt es eine Fußgängerzone mit verschiedenen Läden, Cafes, Bars und Restaurants unter anderem auch eine tolle Pizzeria. Ich habe mich außerdem noch bei einem Videoverleih in Luserna angemeldet, damit ich auch mal Filmeabende bei mir machen kann.
Das Highlight dieser Woche war, das wir gestern mit 4 Behinderten meiner Gruppe einen Ausflug ans Meer gemacht haben. Der Ort an dem wir waren, war in der Nähe von Genua, und wir sind ca. 2 ½ Stunden hingefahren. Für die Behinderten war es schon etwas sehr besonderes und mir hat es auch super gefallen. Trotzdem war es etwas anstrengend, denn wir waren ca. 12 Stunden unterwegs und man darf die Behinderten ja keine Sekunde aus den Augen lassen. Deshalb war ich dann auch ganz glücklich, als ich mein Bett wiederhatte.
Am Montag kommt eine weitere Freiwillige aus Ungarn, die dann über mir wohnen wird und in der Gruppe „Terra“ arbeiten wird. Ich hoffe sie ist nett und wird verstehen uns gut.
Übrigens habe ich diese Woche mal die Gegend erkundigt und bin direkt neben dem Uliveto auf einen Weinberg gestoßen.
Fr
27
Aug
2010
So jetzt sitze ich hier in meinem neuen Zimmer, das ich für ein Jahr bewohnen werde. Ich bin ganz begeistert davon. Da ich mir eigentlich keinerlei Vorstellungen von meinem Zimmer gemacht habe, bin sehr positiv überrascht. Es hat alles war Frau braucht und ich kann mir sehr gut vorstellen, mich hier einzuleben.
Jetzt aber erstmal zu meiner Ankunft hier. Ich wurde um 12.15 Uhr abgeholt und die Chefin des Ulivetos hat mich mit Barbara, einer Behinderten, abgeholt. Sie ist Geistig auf dem Niveau eines Kindes und kann nicht sprechen. Ich kam gleich zum Mittagessen an und konnte schon ein paar Behinderte kennen lernen. Ich habe mich eigentlich von Anfang an wohl gefühlt und ich hoffe, dass dieser erste Eindruck so bleibt. Nach dem Mittagessen durfte ich mich ein bisschen in meinem Zimmer ausbreiten und etwas alleine sein. Anschließend haben die Chefin und Alberto, der für die Freiwilligen verantwortlich ist, mit mir ein bisschen über das Uliveto und mein Aufgabenbereich gesprochen. Ich werde das Jahr über in der „grupo aria“ also die obere Gruppe mit insgesamt 11 Behinderten arbeiten. Ich werde langsam eingearbeitet und werde die Gruppe den Tag über einfach begleiten. Ich denke mal, dass in den nächsten Wochen noch genauer erklären kann, was ich genau mache. Dieses Wochenende habe ich erstmal Zeit mich ein bisschen einzurichten, die Gruppe näher kennen zu lernen, also habe ich noch keine festen Arbeitszeiten. Aber ab Montag arbeite ich dann von 8:30 bis 4 Uhr nachmittags, ungefähr zwei Wochen lang. Danach werde ich wahrscheinlich in Schichten arbeiten. Ich habe 2 Tage in der Woche frei. Immer einen unter der Woche und einen am Wochenende, wobei ich in den ersten beiden Wochen am Wochenende frei habe. Heute Nachmittag habe ich dabei zugeschaut, wie alle Behinderten ihren Schlafanzug angezogen haben, oder sie angezogen wurden. Allgemein werde ich sehr an die Zeit erinnert, als ich mal für ein paar Wochenenden im Altenheim gearbeitet habe, den die Tätigkeiten sind sehr ähnlich, doch ist hier die Atmosphäre und der Umgang ganz anders, als in dem Altenheim in Spaichingen, wo es mir ja nicht so besonders gefallen hat. Von so vielem neuen wird man sehr schnell müde und ich freue mich echt schon auf mein Bett heute Abend.
Mo
23
Aug
2010
jetzt bin ich schon zwei Wochen in bella Italia und es stellt sich gerade eine Art Alltagstrott ein, denn man merkt, dass die Tage immer schneller vorbeigehen. Wir sind als Gruppe inzwischen gut zusammengewachsen und wir wollen uns eigentlich gar nicht mehr trennen. Aber am Freitagnachmittag werden die ersten gehen und darunter auch ich. Man wird mich anscheinend abholen und zum Uliveto bringen, wo ich mich wahrscheinlich erstmal einrichten darf. Ob ich das Wochenende gleich abreiten muss oder ob ich mich erst etwas einleben darf, weiß ich noch nicht. Da lasse ich mich am besten überraschen.
So jetzt werde ich aber erstmal etwas über meine zwei Wochen erzählen. Wir haben jeden Tag von 9 – 12 Uhr Italienischunterricht, wobei ich mir nicht sicher bin, ob er so effektiv ist, denn unser Sprachlehrer ist ein großer „Schwätzer“. Nachmittags haben wir jetzt oft frei, oder wir lernen etwas über die italienische Geschichte, bzw. etwas über die Politik und die Medien. Samstags gibt es immer einen großen Ausflug. Am ersten Samstag sind wir alle nach Turin gefahren, wir hatten nur leider das Pech, dass es den ganzen Tag geregnet hat, deshalb hat man von der Stadt leider eher den Straßenboden, als die schönen Gebäude gesehen. Aber da Turin nur eine Stunde von hier entfernt liegt, werde ich dort sicher noch mal bei Sonnenschein sein. Diesen Samstag gab es eine Wanderung auf einen Berg in der Nähe, von dem man eine tolle Aussicht auf das Pellice Tal hat. Also sind wir um 9 Uhr morgens bei strahlendem Sonnenschein losgelaufen. Insgesamt ging der Aufstieg 4 Stunden, da wir einige Pausen machen mussten, denn es war schon sehr anstrengend. Das letzte Stück war dann eher eine Kletterpartie und unsere Beine waren später alle zerkratzt, weil es überall Dornen gab. Aber es hat sich gelohnt, denn die Aussicht war einfach nur genial!! Und nach insgesamt 8 Stunden waren wir wieder in der Villa Olanda, total erschöpft, aber stolz es geschafft zu haben. Nur leider merke ich seit dem, dass auch mein Po viele Muskeln hat.
Gestern, am Sonntag hatten wir wieder unseren freien Tag und wir durften ausschlafen. Nachmittags sind ein paar von uns jedoch in die Kirche gegangen. Und zwar tagt diese Woche die waldensische Synode in Torre Pellice und die kleine Stadt verwandelt sich in eine Touristen- und Medienattraktion. Es gibt ungefähr 120 waldensische Gemeinden in Italien und von denen treffen sich die Pfarrer und ein paar Gemeindemitglieder, jedes Jahr in Torre Pellice, um zu diskutieren. Dieses Jahr geht es unter Anderem darum, ob die Waldenser einen Segnungsgottesdienst für homosexuelle Paare einführen soll oder nicht.
Der Gottesdienst gestern, war ein Einführungsgottesdienst der Synode und ging sagenhafte 2 Stunden. Es waren so viele Leute in dieser Kirche und die Luft stand einfach nur noch. Da ich eigentlich von der Predigt, die eine ¾ Stunde ging, nichts verstanden habe, war es für mich sehr schwer mich zu konzentrieren. Aber das schönste waren die Lieder. Wenn so viele Menschen gleichzeitig singen, dann hört es sich besonders eindrucksvoll an. Um uns etwas abzukühlen, sind wir anschließend noch zu dem Fluss gegangen, der durch Torre Pellice fließt.
Ich bin wirklich froh, dass ich hier in der Gegend bleiben darf, denn sie hat schon ein besonderes Flair.
Mo
09
Aug
2010
Nun sitze ich hier in Italien und es wird mir so langsam klar, dass ich hier ein Jahr verbringen werde. Leider kommt mir dieses Jahr im Moment noch ewig lang vor und es fällt mir ungewöhnlich schwer, so weit weg von meiner Familie und meinen Freunden.
Doch jetzt erstmal zu meiner Reise und meinem „Ankommen“ hier. Am Sonntag sind wir ziemlich früh aufgebrochen, hatten aber gleich schon Anfangsschwirigkeiten, denn der Zug, der uns nach Basel bringen sollte, kam 40 Minuten zu spät. Also zog sich das „Verabschieden“ auch ziemlich hin. Ein letztes Mal drücken und ein letztes Mal Anna und Mama im Arm haben, natürlich flossen da die Tränen. Die Reise war ab dem Zeitpunkt, als wir im Zug saßen, problemlos verlaufen, doch sind wir erst abends um halb 7 in Torre Pellice angekommen, also eine ca. 14-stündige Reise. Ziemlich K.O. wurden wir von unseren Betreuern und zwei Freiwilligen aus Ungarn begrüßt und wir durften unsere Zimmer beziehen. Ich bin in einem Zimmer mit Patrizia und Lena, die auch hier mit mir in Torre bleiben werden. Die Zimmer hier sind richtig schön groß und neu, allgemein eine sehr schöne Gegend und Atmosphäre.
Zum Essen mussten wir durch fast ganz Torre Pellice laufen und ich habe schon einen ersten Eindruck von der doch sehr kleinen, aber schnuckeligen Stadt bekommen können.
Am Montag haben wir vor allem viele Spiele gespielt, um uns noch besser kennen zu lernen. Wir sind insgesamt 21 Freiwillige, 50:50 Mädchen und Jungs geschmischt. Heute hat dann der Italienischkurs angefangen, der die ganzen drei Wochen geht. Ich verstehe schon ziemlich viel, aber selber sprechen kann ich nicht, weil ich keine Wörter kenne. Aber ich hoffe, dass sich das in den nächsten Wochen noch ändern wird. Wir haben erstmal ein Sprachtest machen müssen, damit wir anschließend in verschiedenen Gruppen aufgeteilt werden können, da viele von uns auch schon ziemlich gut Italienisch sprechen. Heute Nachmittag haben wir sehr viel über die Waldenser gelernt und haben uns die Kirche und die Synode, die in zwei Wochen hier tagen wird, angeschaut.
Leider gibt es hier viel zu viel zum essen, da es Mittags und Abends ein warmes Essen gibt. Deshalb muss ich mich etwas zurückhalten :)